Doppelerfolg für Richard Glatz in Bergneustadt

 

SZENE. Erstmals fielen zwei beliebte Läufe im Bergischen Land auf ein Datum, der Wipperfürther Stadtlauf und der Bergneustädter AggerEnergie- und Sparkassen-Nachtlauf. Die Akteure, die gern bei beiden Veranstaltungen mitlaufen wollten, mussten sich notgedrungen entscheiden. So auch Richard Glatz von der LG Gummersbach. Das Pendel schlug bei ihm für Bergneustadt aus, auch weil er abwechslungsreiche, anspruchsvolle Strecken bevorzugt gegenüber flachen Citykursen. Wie sich an diesem Abend zeigen sollte, war seine Wahl richtig, denn er konnte sowohl den Hauptlauf über 6,2 km (2 Runden) und den Volkslauf über 10 km (3 Runden) souverän für sich entscheiden.

Der Bergneustädter Nachtlauf ist eine traditionsreiche Veranstaltung, die nun schon zum 38. Mal stattfand. Als Organisator tritt die Stadt Bergneustadt und der Stadtsportbund auf, die in Zusammenarbeit mit drei örtlichen Vereinen das Event stemmen. Mit rund 750 Teilnehmern war die Beteiligung wieder erfreulich hoch; besonders setzt man hier auf die Kooperation mit den Schulen, weshalb mehr als die Hälfte aller Läufer aus dem Kinder- und Jugendbereich kamen. Es gibt Preise für alle Jahrgänge, die Vergabe der Jugendstadtmeisterschaft sowie Wertungen für Schulmannschaften. Allein 375 Kinder machten beim Bambinilauf (800 m) und Schülerlauf (2,3 km) mit, dazu viele weitere Teenager beim Jedermannslauf (3,2 km) und dem Lauf über 6,2km, der in Bergneustadt als Hauptlauf ausgeschrieben ist.

Sechs Läufe stehen ab 18:30 Uhr auf dem Programm, wobei die Strecken im Verlauf des Abends immer länger werden. Zuletzt wird um 21:30 Uhr der Zehner angeschossen. Beim Jedermannslauf steht eine Runde durch die City auf dem Programm. Diese Runde, die später auch bei den längeren Distanzen zwei- oder dreimal zu bewältigen ist, haben es in sich. Es ist eine für Cityläufe äußerst anspruchsvolle Strecke mit einem ständigen Auf und Ab und zahlreichen Höhenmetern. Hinzu kommt, dass Teile des Kurses über Kopfsteinpflaster gehen, wo man beim Bergablauf achtsam sein sollte. Beim Jedermannslauf war der U-18-Läufer Max-Philipp Liesenberg aus Reichshof klar der schnellste (11:26 min) vor Alexander Diefenthal (U16, 12:34 min) und Daniel Poppe (M35, 12:48 min). Bei den Frauen hatte Lea Peresic (U18) in 13:30 die Nase vorn vor Lina Marie Guterding (U18, 15:44 min) und Emily Stübben (U18, 15:50 min). Den Schülerlauf über 2,3 km gewannen Lasse Fischer (U14, VFL Engelskirchen, 9:03 min) und Meei-Lin Kut (U14, 9:32 min).

Relativ eng ging es beim Zieleinlauf über 6,2 km bei den Männern zu. Da konnte sich der eingangs erwähnte Richard Glatz (M45) in guten 22:45 min gegen Isik Hayat (M40, Maxum Schutzsysteme) in 23:08 min durchsetzen. Hayat hat sich zur Hälfte noch an zweiter Stelle befunden, doch der Läufer vor ihm, Yannis Brochhagen (M20, TuS Orthetal), schwächelte beim zweiten Durchgang mächtig, konnte sich aber den dritten Rang in 24:06 min sichern. Das Frauenrennen wurde eine klare Angelegenheit der U20-Läuferin des TV Hackenberg, Franziska Dziallas. Sie siegte in 25:38 min vor Sarah Krumm (U18) vom Wüllenweber Gymnasium (28:42 min) und Lalenia Hirte vom TuS Reichshof (32:52 min).

Beim Nachtlauf gab es einige Doppelstarter, darunter auch der Sieger des Hauptlaufs, Richard Glatz. War sein Erfolg dort noch recht knapp ausgefallen, zeigte er beim Zehner seine ganze Klasse. Hier siegte er mit genau einer Minute Vorsprung in 36:10 min vor Karsten Keunecke (M35, TV Kleinwiedenest, 37:10 min). Dritter wurde der vereinslose Valentin Schlesinger (M20) in 37:13 min. Bei den Frauen konnte die vom weit entfernten OSC Damme angereiste Nicole Nyhuis (W40) in 44:23 min dominieren. Mit großem Abstand liefen hernach Lisa Kamp (W20) vom TV Hackenberg (49:52 min) und Lokalmatadorin Sonja Hedderich aus Bergneustadt (W35, 50:27 min) ins Ziel. Der Zehner ist nicht DLV-vermessen und wird deshalb als Volkslauf ausgetragen. Um aber auf eine einigermaßen korrekte Länge zu kommen, wurde die normale Runde um eine kleine Pendelvariante in eine Stichstraße erweitert.

Die Organisation lief gut und routiniert ab, hat aber noch etwas Luft nach oben. Man könnte Kilometerschilder aufstellen, die Bühne für die Siegerehrung beleuchten und die Läuferschlangen je Runde vielleicht über den Marktplatz führen, wo ein größeres Publikum steht, welches bei der jetzigen Streckenführung nichts vom Rennverlauf mitbekommt.

Von den äußeren Bedingungen hatte der Nachtlauf Glück, weshalb das Publikum noch lange auf dem zentralen Marktplatz verweilte. (Text und Foto: Michael Schardt)

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