B2Run-Finale mit Deutscher Firmenmeisterschaft in Köln

SZENE. Das große Finale der B2Run-Serie durch siebzehn deutsche Städte fand 2018 am und im Kölner RheinEnergieStadion statt. Es handelt sich um die größte Firmenlaufserie der Republik, die jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum feiern konnte. Vor der Ausarbeitung zur Serie fand von 2004 bis 2008 ein einzelner Firmenlauf unter dem Label in München statt. Für das Jahr 2018 erwarteten die Veranstalter insgesamt etwa 195.000 Läufer und Läuferinnen, davon allein 23.000 (aus über 1.000 Firmen) fürs Finale in Köln. Tatsächlich mitgelaufen und ins Ziel gekommen sind allerdings „nur“ gut 16.200 Akteure, davon 5.700 Frauen (35,5 Prozent). So viele jedenfalls werden in den Ergebnistableaus aufgelistet. Das ist ein Rückgang von über 1.000 Läufer gegenüber dem Vorjahr, womit die Moderatoreninformation, das Finale werde immer größer, zumindest in diesem Jahr nicht zutrifft.

Text und Fotos: Michael Schardt

Wie schon bei den Einzelläufen entspricht die zu laufende Distanz im Finale den allgemeinen Vorgaben, nicht über sechs Kilometer hinauszugehen. In Köln war die Strecke 5,3 km lang. Sie startete vor dem Fußballstadion des 1. FC Köln, führte in und durch den Kölner Stadtwald und endete nach einer leicht welligen Streckenführung im Innenraum der Arena. Für gute Verpflegung an der Strecke und im Ziel war ebenso gesorgt wie für Unterhaltung und Moderation. Mehrere Sambabands trommelten am Streckenrand, einige Moderatoren informierten über alles wichtige zum Lauf. Unter diesen auch Vanman Jochen Heringhaus, der in Kürze seine 3.000. Veranstaltung kommentieren wird. Bei dem Lauf sind nicht nur einzelne Kilometer ausgeschildert, sondern es steht sogar alle 500 m ein Hinweis auf die schon gelaufene Strecke.

Der wesentliche Aspekt des B2Run ist sein Unterhaltungsprogramm, die After-Race-Party, weniger die sportliche Komponente. Dazu freilich auch die Kommerzialisierung der Veranstaltung, in die viele Partnerunternehmen involviert und mit ihren Zelten und Ständen vertreten sind. Auch Unternehmen, die sich mit Läuferteams am Rennen beteiligen, können für kräftige Gebühren Zelte für ihre Teilnehmer anmieten, die wie die ausstellenden Firmen auf der Vorwiese des Fußballstadions untergebracht sind. Dazu gehört auch ein umfangreicher Cateringservice, der von der vietnamesischen Nudelbraterei bis zum Grillwürstchenstand und Bierbuden reicht. Alles in allem dürften deutlich über einhundertfünfzig Zelte und Stände präsent gewesen sein.

Die Masse der Läufer wird im Abstand von je zwanzig Minuten in sechs Wellen an den Start gebracht. Die Elite geht um 17:30 Uhr an den Start, die Walker erst um 19:10 Uhr. Nur so kann ein einigermaßen freies Laufen garantiert werden. Schnellster Mann war Gerd Günther (Jengerschule), der 17:40 min (brutto) benötigte. Sieben Sekunden länger war Thomas Roche (Deutsche Bank) unterwegs (17:47 min). Das Treppchen vervollständigte ein „No-Name“, also ein nicht identifizierbarer Läufer von der Mindshare GmbH, der in 17:58 min finishte. In der rein weiblichen Ergebnisliste führt Claudia Schneider von der DEE GmbH das Ranking in 20:10 min (brutto) an vor Gina Purschke (21:26) von Runnerspoint und Sarah Becker von der PSV AG in 21:52 min. Die geschlechtsspezifische Treppchenwertung wurde in beiden Fällen nach den Bruttowerten vergeben. Sieht man sich aber die Gesamteinlaufliste an, die nach den Nettowerten rubriziert, dann entdeckt man, dass Claudia Schneider faktisch nur die drittschnellste Frauenzeit hingelegt hat. Denn am schnellsten zwischen Start- und Zielmatte war Samanta Tese (Lucas Müller GmbH) in 19:02 min unterwegs, gefolgt von Maike Schön (Sauermann Apple Jurowsky) in 19:33 min. Schneider war netto 19:46 min gelaufen. Pech für die beiden schnellsten Frauen, dass sie in hinteren Wellen starteten (starten mussten) und so zu undifferenzierten Bruttozeiten kamen. Bei Tese beläuft diese sich auf 58:17 min, bei Schön auf 38:44 min.

Das Wetter war nach einem kleinen Guss zu Beginn günstig und läuferfreundlich. Die Organisatoren konnten einen klimaneutralen Status ihrer Veranstaltung verkünden. Als größte Teams hatten Covestro Deutschland AG mit 653 Teilnehmern gemeldet vor der Stadt Köln (535) und Aldi (432). Bemerkenswert noch die Solit Finance GmbH aus der Gruppe der kleinen Unternehmen bis maximal hundert Mitarbeiter, die derer 111 an den Start brachte. Das beste an solchen Firmenlauf-Megaevents ist fraglos, dass sie tausende von Teilnehmer an den Start bringt, die sonst vielleicht nie laufen, vielleicht aber bei diesem Sport, erstmal inspiriert, in Zukunft treubleiben werden.

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