Doppelsieg für Gebüder Ingebrigtsen über 5.000 m

SZENE. Das war am Samstag eine seltene Ausnahmesituation. Da will man sich frohen Herzens auf ein gutes Finale eines  5000 m-Laufs konzentrieren und wird ständig abgelenkt, weil viele deutsche Athleten in den technischen Disziplinen Medaillen in allen Farben erringen. Bei Jubelstürmen des Publikums, an diesem Abend sind es über 60.000 gewesen, gab es eigentlich keine ruhige Minute.


Nun war es wirklich nicht so, dass der 5.000 m-Lauf der Männer ein Langweiler gewesen wäre. Im Gegenteil, auch hier ereignete sich Außergewöhnliches. Zu Beginn war es der Franzose Florian Carvalho, der für ein flottes Tempo sorgte. Sechs Runden vor Schluss waren es die Brüder Ingebrigtsen, die energisch vorpreschten und ab dann bestimmten, was zu geschehen hatte. Das war keineswegs selbstverständlich. Hatten sie doch den fulminanten 1.500 m-Lauf vom Vortag in den Knochen. Diese wahnsinnig starken Norweger waren tatsächlich in der Lage, das ohnehin schnelle Tempo noch zu steigern. Und wieder war es der 17-jährige Jakob, der die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden lief. Da werden in den nächsten Tagen und Wochen viele Presseberichte erscheinen, die von einem Wunderkind des Mittel- und Langstreckenlaufs schreiben werden. Als ob das nicht genug wäre, gelang es dem zweiten Ingebrigtsen, nämlich Henrik, die Silbermedaille zu ergattern. Der Europameister über 10.000 m vom vergangenen Dienstag, Morhad Amdouni, gewann Bronze. Die Zeiten der Medaillengewinner von 13:17,06 min bis 13:19,14 min waren ausgezeichnet. Kein Wunder daher, dass die beiden Deutschen Florian Orth und Marcel Fehr in diesem Klassefeld mit dem 17. und 18. Platz zufrieden sein mussten. Mit ihren Zeiten von 13:37,46 min und 13:37,66 min blieben sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten, so dass man nicht von Enttäuschungen sprechen sollte. Mit dem EM-3. von Amsterdam 2016, Richhard Ringer, musste der schnellste deutscher Läufer wegen Wadenproblemen auf einen Start verzichten.

5.000 m der Männer kurz nach dem Start mit den deutschen Läufern Florian Orth und Marcel Fehr (Fotos 3: Petra Juretzki)

Für die fetten Schlagzeilen aus deutscher Perspektive sorgten wieder einmal die Springer(innen) und Werferinnen. So gewann Malaika Mihambo den Weitsprung der Frauen mit 6,75 m und Mateusz Przybylko mit persönlicher Bestleistung von 2,35 m den Hochsprung der Männer. Dazu kamen noch die Medaillen der Diskuswerfinnen Nadine Müller (Silber mit einer erzielten Weite von 63,00 m) und Shanice Craft (Bronze mit 62,46 m).  Das begeisterte Publikum feierte die Erfolge der Athleten enthusiastisch und gab dem Leichtathletikabend in Berlin einmal mehr eine besondere Note. (Hubert Meisen/Jörg Valentin)

Foto: Titel: Spektakulärer Doppelsieg für die Gebrüder Ingebrigtsen aus Norwegen über 5.000 m

Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) beim Feiern nach ihrem Europameisterschaftssieg im Weitsprung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*