7. GastRUNomielauf in Köln: Herauf, wenn’s ein Schneider ist

SZENE. Läuferisch gesehen war Köln am letzten Juliwochenende die Stadt der Kontraste. Da war am Freitagabend der neunte Altstadtlauf mit 2500 Startern und sehr vielen Zuschauern mitten in der City mit großem Rahmenprogramm und Partyfeeling über die Bühne gegangen – zwei Tage später, am Sonntag, lud der siebte GastRUNomielauf an den naturnahen Adenauerweiher und Stadtwald ein, um eine kleine und feine Laufveranstaltung zu zelebrieren, zu der rund 160 Teilnehmer und vielleicht hundert Besucher gefunden hatten. Lief man hüben durch enge Altstadtgassen und dichte Häuserfronten, wurde drüben eine ruhige, landschaftlich schöne Waldstrecke belaufen. Wer Trubel mag, ging vielleicht dahin, wer Stille bevorzugt, eher dorthin. Spenden für einen guten Zweck konnte man hier wie dort.

Der GastRUNomielauf findet auf dem weitläufigen Gelände des edlen Clubs Astoria am westlichen Stadtrand Kölns statt, einem schön gelegenen Ausflugslokal am Adenauerweiher, womit die Nähe zum, den Lauf organisierenden, Gastronomiegewerbe evident ist. Abgesteckt ist eine leicht wellig, aber weitgehend im Schatten gelegene Strecke von 2,5 km Länge, die zwei Mal (5 km) oder vier Mal (10 km) zu durchlaufen ist. Beim Hauptlauf kam es im Männerrennen ab der zweiten Runde zu einer kuriosen Situation. Da führte ein Trio das Feld an, bestehend aus Norbert Schneider, Marco Schneider und Thomas Schneider, die, wie sich später herausstellen sollte, keine verwandtschaftlichen Beziehungen haben. Das sei ja eine ganz schöne Schneiderei hier, gab der Moderator vor der Siegerehrung seiner Verwunderung Ausdruck. Hätte er das Siegertrio mit „Herauf, wenn’s ein Schneider ist“ aufs Podest gerufen, wäre das absolut zutreffend gewesen. Zunächst, nach Runde eins, war vorne noch ein Quartett beieinander, aber Fabian Metz konnte  schon bald den Schneiders nicht mehr folgen. In der letzten Runde fiel Vielläufer Thomas Schneider etwas zurück, worauf sich Norbert (Bunert, M50) und Marco Schneider (TuS rrh., M40) unterwegs darauf verständigten, gemeinsam Hand-in-Hand ins Ziel zu laufen und sich eine Spurtentscheidung zu ersparen. So gab es erstmals beim GastRUNomielauf zwei Sieger, von denen Norbert aber als erster im Ergebnistableau erscheint. Beide hatten die Strecke in 37:57 min absolvierte. Thomas Schneider (LG RWE Power, M45) wurde in 38:09 min dritter. Bei den Frauen hatte Claudia Maria Henneken (W30) vom Ausdauer Verein Köln keine ernsthafte Konkurrenz. Sie siegte in 43:38 min vor Helena Würker (WU23, o.V., 54:15 min) und Corinna Rennings (W40, o.V., 55:40 min). – Beim Jedermannslauf setzte sich die Dominanz der Schneider fort. Bei den Frauen setzte sich die 13-jährige Celine Schneider (Bunert), Tochter des 10-km-Siegers Norbert, klar in 21:36 min durch. In guter Form könne sie auch in neunzehn Minuten finishen, gab der Teenager auf Nachfrage des Moderators zu Protokoll. Heute sei es aber etwas warm gewesen. Bei so viel jugendlichem Ehrgeiz wollte Papa Norbert nicht hinten anstehen und machte seinen Doppelerfolg mit einem Sieg über 5 km klar in 18:24 min. Die zweiten und dritten Plätze belegten Sarah Krzossa (W30, o.V., 24:25 min) und Yvonne Weinkauf (WHK, Phantasialand, 24:42 min) sowie Christian Blauth (M40, SV Bergwart Rohren, 18:42 min) und Michael Schulze Roberg (M35, Laufen in Köln, 21:29 min min).

Den sportlich-spaßige Abschluss der Veranstaltung bildete ein Highheels-Lauf über 200 m. Hierfür hatte sich im Vorfeld nur ein Mann angemeldet, der auch erschienen war. Immerhin ließen sich zwei weitere Männer überreden, an dem wackeligen Vergnügen teilzunehmen, darunter auch ein ehemaliger Kölner Karnevalsprinz, der letztlich auch den Sieg davontrug.

Über eine Tombola und viele Spenden konnte die Veranstaltung eine große Summe für wohltätige Zwecke sammeln. Es dürfte sicher wieder ein ähnlich hoher Betrag wie im Vorjahr (5.000 Euro) zusammengekommen sein. Die Sieger, die mit den anderen Läufern noch länger bei freundlichen Temperaturen am gemütlichen Catering teilnahmen, durften sich über feine Preise freuen, darunter Restaurant- und Hotelgutscheine in Kölner Gastronomiebetrieben. Wie am Rand bekannt wurde, soll der Termin fürs nächste Jahr nicht mehr in die Sommermonate fallen. (Text und Foto: Michael Schardt)

Foto-Titel: Gemeinsamer Zieleinlauf von Norbert und Marco Schneider

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*