Kolumne Menz: „Laufend in den Frühling“

 

Sind wir mal ganz ehrlich – der Winter war lang, oder? Zumindest kam mir das wie immer so vor. Dunkele Jahreszeit, kaltes Wetter. Schnee? Ja, im Süden mehr im Norden oder bei uns im Westen eher weniger. Eigentlich war es ja wie immer. Wir haben uns alle mit der Hoffnung aufrecht gehalten – ja, es kann nur besser werden und jeder Tag weiter bringt uns dem Frühling näher. Soviel zu den zuhause gebliebenen. Dann gibt es ja noch die andere Gruppe der Sportler die sich in den ersten Wochen des neuen Jahres in der Sonne austoben. Damit meine ich jetzt nicht den DLV mit seinem Perspektivkader für Berlin die in Südafrika oder Kenia zu finden waren. Nein, es ist der Altersklassensportler oder Hauptklassen ambitionierte der sein heil in der Flucht suchte. Getreu dem Motto, die Kilometer die ich jetzt im Buch habe nimmt mir keiner.

Es sei jedem gegönnt, der ein Ziel verfolgt. Der Flieger bringt uns überall hin. In dem Zusammenhang hatte ich die Diesel Diskussion im Kopf. Das böse Auto ist an allem schuld. Wenn man aber die Statistik kennt was ein Ozeanriese so verpulvert, sind Auto geradezu Wellness Fahrzeuge. Mit dem Flieger genau das gleiche. Bevor ihr lospoltert, ich möchte euch nur bedingt ein schlechtes Gewissen für eure Reisen machen, aber wir alle freuen uns doch über eine saubere Umwelt. Halt – nennen wir es mal anders. Eine saubere unberührte Trainingsstrecke. Der Frühling kommt, die Vögel singen und der Wald…ja , der pfeift aus dem letzten Loch. Ist doch auch keinem mit geholfen.

Gleiches gilt für immer noch manche Laufveranstaltung. Plastikbecher die Kilometerweit in die Strecke bei einem Wettkampf mitgenommen werden oder Gel Tuben die achtlos weggeworfen werden. Bis die sich selber in Einzelteile zersetzt haben laufen die Menschen den Marathon mit natürlichen Mitteln in 1:30 Stunden. Okay, ich spucke den Clown mal aus den ich heute gefrühstückt habe und fange noch mal neu an.

Klimaneutrale Veranstaltungen. Schon mal davon gehört? Veranstaltungen wie Konferenzen oder Seminare und auch Laufevents beeinflussen auf unterschiedliche Weise die Umwelt. Das fängt bei der Mobilität der Veranstaltungsbesucher an, umfasst den Strom- und Wasserverbrauch, die Erstellung von Broschüren und Flyern sowie viele weitere Aspekte. Nicht alle Emissionen lassen sich zu 100 Prozent vermeiden. Aber es gibt diverse Möglichkeiten, Veranstaltungen klimaneutral durchzuführen.

Seit gut einem Jahr arbeitet u.a. der Veranstalter des Königsforst Marathon, der TV Refrath fleißig daran, den Marathon in diesem Jahr erstmalig mit dem „grünen Fußabdruck“ vom TÜV-Rheinland zertifizieren zu lassen. Es wurde ein Umfangreiches Konzept mit einer Kölner Sportwissenschaftlerin erstellt.

Von dem Konzept waren gleich mehrere neue Partner beim Marathon 2018 überzeugt. Der heimische Energieversorger stellt nach Abschluss der CO²-Ermittlung die noch notwendigen Ausgleichszertifikate zur Verfügung. Für ein IT-Unternehmen steht Nachhaltigkeit ebenfalls ganz oben. Aus der E-Mobil-Firmenflotte eines Sponsors wird ein Tesla  als Führungsfahrzeug leise vorneweg fahren. Bei nicht vermeidbaren Abfällen hilft der Entsorger mit der Mülltrennung und im Zielbereich werden erstmals separate Trinkbechersammler aufgestellt.

Die Anreise der Teilnehmer stellt die größte CO²-Belastung dar. Daher tragen Fahrgemeinschaften und die Nutzung des ÖPNVs wesentlich zur Entlastung bei. Ein großer Vorteil für alle Läufer ist da die nahe Stadtbahnlinie und der Busbahnhof mit nur wenigen hundert Metern Fußweg bis zum Start.

Sind wir nicht alle auf der Suche nach Herausforderungen? Hier haben wir sie und sie ist einfacher als Gedacht, wenn mehrere Institutionen mitmachen. Also ran. Ökologischer Fußabdruck bei Laufveranstaltungen, einer der Schlagworte 2018 in der Szene für mich.

Wenn die Laufstrecke aber keine Wettkampfstrecke ist sondern die eigene Trainingsrunde, so ist wieder Eigeninitiative gefragt.  Ist wie früher in der Schule. Wer macht es weg? Keiner. Erst wenn die Klasse gemeinsam aufräumt geht es schnell ist mitunter sogar ganz lustig.

 

Schlagwort Nummer 2 in diesem Frühjahr, Plogging. Plogging ist Sport und Naturschutz in einem und wird in Deutschland und international gerade eine immer größere Laufbewegung.

In Schweden steht es für „plocka upp“, was „pflücken“ oder „aufheben“ bedeutet. Auf Englisch heißt es „pick up“ und im Deutschen „Plastik aufsammeln“. Dazu kommt das Wort „Jogging“. Viele Sprachen, ein Ziel: beim Joggen oder Wandern seine Stadt aufzuräumen.

In allen Städten, Parks, Wäldern und am Straßenrand liegen Sachen herum, die dort nicht gehören: Leere Plastikflaschen im Laub, Brötchentüten auf der Parkbank. Weil aber Laufen auf sauberen Strecken am meisten Spaß macht, schließen sich neuerdings vielerorts Sportler zusammen und räumen den Müll weg.

In Köln gibt es seit Februar 2018 die Gruppe „Plogging Cologne“ und eine Facebook-Gruppe, über die sich die Plogger verabreden. Die städtischen Müllbetriebe unterstützen die Aktionen mit Müllbeuteln und Handschuhen.

Gelaufen wird in ein bis zwei Gruppen, so dass ambitioniertere Läufer längere Strecken schneller ablaufen können und Laufanfänger etwas entspannter durch die Stadt ziehen. Auch Eltern mit Kinderwagen und Walker sind dabei. Auch in Bochum und Berlin gibt es regelmäßige Plogging Treffs. Laufend des Wald für euren Läufer-Frühling säubern.

Denn es geht ja wieder los. Frühjahrs Highlight, egal ob Halbmarathon oder Marathon, Firmenläufe, Orientierungsläufe, Hindernisläufe. Die ganze Palette kommt wieder auf euch zu. Habt Ihr euch schon einen (Termin) Plan gemacht? Wenn nicht und euch noch Termine fehlen dann sei euch der Online Laufkalender der Laufzeit & Condition ans Herz gelegt. Findet Ihr auf unserer Online Präsenz die Ihr hoffentlich auch kennt. Wenn nicht dann wird es (Lauf)zeit, denn auch dort sind wir zu finden.  www.www.laufzeit.de.

Also geht raus, holt euch in der Sonne eure Vitamin D Dosis ab die es im Winter nicht gab, lauft in Gruppen, lauft alleine, lauft sauber und wenn euch etwas stört auf der Strecke, nehmt es mit und werft es weg. Wenn jeder denkt es macht schon ein anderer, dann liegt es noch im Herbst dort. Wir sagen ja gerne wir laufen in unserem Wohnzimmer und strahlen dabei, also lasst und Hausputz machen. Für den Körper und die Strecke. Wir laufen zusammen in den Frühling.

Heute mit einem sonnigen „Glück auf“
euer Andreas Menz

Foto: Ardijatree – stock.adobe.com

 

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