„Unfuck your Feet“ – Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils

 

Der Fuß, von den einen geliebt, von den anderen gehasst, aber meistens sträflich vernachlässigt. Damit ist jetzt Schluss! Der Ratgeber Unfuck your Feet lenkt die Aufmerksamkeit auf unsere Füße und den großen Zeh und führt den Lesern auf eine unterhaltsame und bilderreiche Reise von der Evolution des zweibeinigen Fußgängers bis zum modernen Turnschuh und den Irrungen und Wirrungen der modernen Orthopädie und ihren Einlagen.

Auf unsere Füße kommt es an!

Ein Körper ist nur so stark wie sein Fundament – und deshalb fangen heute viele gesundheitliche Beeinträchtigungen bei unseren Füßen an. Grundsätzlich behindern (falsche) Schuhe unsere natürliche Fortbewegung – obwohl wir es als normal empfinden, diese ständig zu tragen: Viele Eltern ziehen bereits Kleinkindern Pantoffeln im Haus an, damit sich diese nicht erkälten. Sportler, die regelmäßig über Schmerzen in der Ferse oder Achillessehne klagen, erhalten Einlagen, die zwar kurzfristig das Problem lösen, dafür wiederrum neue mit sich bringen.

Durch das Tragen der Schuhe hat der Fuß nie die Möglichkeit, sich richtig zu entfalten. Mithilfe spezieller Übungen, die von Barfuß-Experte und Autor Marco Montanez entwickelt wurden, können wir unsere Füße stärken und gängige Fußprobleme wie einen Fersensporn Hallux valgus selbst behandeln. Ein Plattfuß und langes Stehen muss nicht länger ein Drama sein.

Unfuck your Feet versteht sich als ein humorvolles, aber klares Statement, eine Ansage und ein Appell, basierend auf Evolution, Naturgesetzen und nicht zuletzt gesundem Menschenverstand. Entscheiden Sie sich nun für einen spannenden Perspektivwechsel und räumen Sie mit gefährlichem Halbwissen auf. Ihre Füße werden es Ihnen danken.

Auszug aus „Unfuck your Feet“ – Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils

Jogging & die satanische Ferse

Wenn in einem komplexen System, wie unserem Körper, der zur Fortbewegung auf ausreichende Informationen und Feedback angewiesen ist, eben diese Daten fehlen, dann entstehen Probleme. Und eins davon ist Jogging. Der Begriff Jogging taucht erstmals in der Literatur mit dem Erscheinen des gleichnamigen Buches auf. Vorher gab es kein Jogging und Menschen liefen einfach. Jogging ist das Produkt des Athletiktrainers der Universität von Oregon, Bill Bowerman, der 1964 das Buch mit dem Titel Jogging veröffentlichte. Die Macht des geschriebenen Wortes, unterstützt durch schöne Bilder und Illustrationen, motivierte Menschen, ihren einst natürlichen Laufstil durch ein Hybrid aus Gehen und Laufen zu ersetzen und fortan zu joggen. Ein wichtiges, herausstechendes Merkmal von Jogging war das fröhliche Abrollen. Die Ferse voran sollte der Fuß aufgesetzt und dann abgerollt werden. In der Logik vergleichbar mit dem heutigen Nordic Walking, auch ein erfolgreicher Versuch, Menschen ein artfremdes Bewegen und entsprechende Produkte unter dem Deckmantel der Gesundheitsförderung zu verkaufen. Der Nordic-Walking-Trend machte Wanderstöcke zum beliebten Accessoire der mutig stampfenden Horden in den Parks. Jogging ist also keine angeborene Fähigkeit, sondern, näher betrachtet, nicht nur kontraproduktiv, wenn man sich fortbewegen will, sondern eine fatale Belastung für unseren Körper. Der Aufsatz der Ferse vor dem Körperschwerpunkt, sei er noch so sanft oder gekonnt, wird den Körper abbremsen und zum kompletten Stillstand bringen. Das Prinzip des Aufsetzens der Ferse vor dem Körperschwerpunkt ist sonst nur bekannt vom Ski- oder Schlittenfahren, um zu bremsen und anzuhalten. Um sich dennoch zu bewegen, muss dieser tote Punkt mit hohem Aufwand in Form von Muskelkraft überwunden werden. Dieser Aufwand macht Jogging nicht nur anstrengend, sondern stellt eine unsachgemäße Beanspruchung und Überbelastung dar. Der gemeine Jogger wird in den meisten Fällen regelmäßig über Knie- oder Hüftschmerzen, Rückenprobleme oder Schulterschmerzen klagen. Zu Recht, wissen wir doch, dass beim Springen von einem Bein aufs andere enorme Kräfte wirken, die in etwa dem Dreifachen des Körpergewichts entsprechen.

Die Belastung beim Aufprall der Ferse mit fast durchgestrecktem Bein ist so groß, dass es regelrecht einschlägt in die komplette Struktur. Das bedeutet eine regelmäßige Überbelastung der Muskulatur und der beteiligten Gelenke, vom Fersenbein, über Achillessehne, Sprunggelenk, Schienbein, Knie, Patellasehne bis hoch zur Hüfte (ISG), Lendenwirbelsäule, und weiter hoch zum Brustschultergürtel und der Nackenmuskulatur, die den massiven Schädel in der unnatürlich nach vorne gebeugten Haltung stabilisieren muss. Um das Problem beim Jogging zu verdeutlichen, stellen wir uns vor, es regnet und du hast wenig Lust, durch den Regen zu laufen. Du bist aber motiviert und willst unbedingt Jogging praktizieren. Statt raus in den Regen, legst du dich im Wohnzimmer auf den Rücken, hebst deine Beine gestreckt an, mit der Fußsohle zur Decke gerichtet. Ausgehend davon, dass du 70 kg wiegst und durchschnittlich einhundert Schritte pro Minute machst, bittest du nun jemanden, mit einem gut 210 kg schweren Vorschlaghammer, abwechselnd 50-mal pro Bein auf deine Ferse einzuschlagen. So befremdlich das anmuten mag, du hast nun in etwa das simuliert, abgesehen von der Herz-Kreislauf-Aktivität, was du dir mit einer Runde Jogging antust.

Jogging webWenn du den gemeinen Jogger mal in freier Wildbahn in Parks und an Flussufern betrachtest, wirst du neben den bunten Leggings, den Kompressionsstrümpfen, der Stirnlampe und den mit GPS ausgestatteten Pulsuhren, an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass er nicht besonders viel Spaß hat bei dem, was er da gerade tut. Bowerman hatte mit seinem Buch also ein System geschaffen, das damals aber nur mäßig erfolgreich war. Die ersten Jogger damals hatten Schmerzen in der Ferse, denn es gab noch keine Turnschuhe mit gedämpfter Ferse. Nachdem Bowerman also zuerst ein Problem geschaffen hatte, bot er im nächsten Schritt die Lösung dafür an. Er entwickelte in seinem Keller mit dem alten Waffeleisen seiner Frau eine Sohle mit einem Schaumstoffabsatz, den ersten Joggingschuh, ließ ein Logo von einem Studenten an der Uni entwickeln und nannte die Firma nach der griechischen Siegesgöttin Nike. Die Firma verkauft immer noch Turnschuhe, die deiner Ferse das Jogging so angenehm wie möglich machen.

Interessant in dem Zusammenhang sind die Parallelen zum American Football. In der NFL, der nordamerikanischen Profiliga, sind Gehirnerschütterungen so normal wie blaue Flecken beim Fußball. Untersuchungen haben ergeben, dass überdurchschnittlich viele Spieler an neuropsychologischen Erkrankungen leiden. Die Helme, die dort getragen werden, schützen zwar den Schädel vor Verletzungen, können aber weder die Gehirnerschütterung verhindern noch die Auswirkungen der massiven Aufprallkräfte auf die Halswirbelsäule dämpfen. Die langfristigen Auswirkungen sind dramatisch und Untersuchungen belegen das signifikant höhere Risiko für schwere neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Hirntumore.

 

Bibliografische Angaben:

Marco Montanez

Unfuck your Feet – Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils

224 Seiten, 205 Fotos und Abb.,

Paperback, 13,6 x 20,5 cm, 1. Auflage Februar 2018

ISBN 978-3-8403-7578-1, 16,95 € [D]

 

Cover_web_Unfuck_your_Feet webÜber das Buch:

Fuß, von den einen geliebt, von den anderen gehasst, aber meistens sträflich vernachlässigt. Damit ist jetzt Schluss! Der Ratgeber Unfuck your Feet lenkt die Aufmerksamkeit auf unsere Füße und den großen Zeh und führt den Lesern auf eine unterhaltsame und bilderreiche Reise von der Evolution des zweibeinigen Fußgängers bis zum modernen Turnschuh und den Irrungen und Wirrungen der modernen Orthopädie und ihren Einlagen.

 

Leseprobe: https://www.dersportverlag.de/media/uploads/9783840375781p.pdf

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*