Angst überwinden – Schwächen bekämpfen

TIPPS VOM PROFI. Auf dem Weg zum Erfolg hat natürlich die Verfolgung langfristiger Ziele Priorität. Zu einem kontinuierlichen Leistungsfortschritt braucht man Zeit, Geduld und am besten ein den Gesamtprozess begleitendes Umfeld. In längeren Trainingsphasen wird die Belastung durch ein systematisches geschwindigkeitsgeführtes Training in einem sich entwickelnden Trainingsumfang gesteigert. In den Vorbereitungsperioden sind dafür ausreichend lange störungsfreie Trainingsphasen, in denen auch die Kraft und Beweglichkeit verbessert werden, bedeutend, für alle. Die VP II ist dabei die bedeutendste, leistungsbringende Trainingsphase mit möglichst vielen „harten“ Trainingseinheiten.

Von Lothar Pöhlitz

Zu viele aber glauben das sie mit der Wiederholung ihrer Lieblingstrainings-einheiten – am liebsten 200er Programme – bei Umgehung der eigentlich besser geeigneten harten Belastungen und der Kraftarbeit, dem Podium näherkommen. In der Regel weit gefehlt, weil noch zu viele übersehene Schwachstellen im Gesamtsystem, wie beispielsweise die Angst vorm versagen, verhindern das die Handbremse zum schnelleren Laufen gelöst wird.

Prioritäten setzen – Zeit organisieren – Partnertraining nutzen

* Die Qualität von Trainern und Läufern, die Infrastruktur, die sportmedizinisch-physiotherapeutische Begleitung und Geräteausstattung (z.B. Kraft / Hürden / BAL – ZWL / Sprinttrainingsbedingungen) ist für „Selfies“ genauso wichtig wie der bzw. die möglichst besseren Trainingspartner (Männer für Frauen, Jungen für Mädchen, 400 m Spezialisten für 800 m Läufer usw.). Eine angenehme Leistungsatmosphäre in der alle Spaß am schnellen Laufen haben unterstützt den Leistungsfortschritt. Geht Euch nicht aus dem Wege.

* Eine effiziente, entspannte, energiesparende Lauftechnik, ein Bewegungsablauf der auf das schneller vorwärts ausgerichtet ist, ist schon in der Jugend möglichst optimal auszubilden. Eine gute Technik ist ein Sportler-Leben lang für den Erfolg die wichtigste Grundlage. Mit der Stärke des „Zentrums rund um den Körperschwerpunkt“ und gesunden, starken Füßen hat man den Schlüssel, auch für die Qualität der Endphasen In Rennen.

* Die erforderliche gute Ausdauerbasis und Erholungsfähigkeit für schnelles wettkampfnahes Training oder auch in kürzeren Abständen aufeinander folgenden Wettkämpfen werden im Ergebnis eines kombinierten aeroben und aerob-anaeroben Trainings im Bereich zwischen 4 – 7 mmol/l Laktat immer besser. Grundvoraussetzung dafür ist die Fähigkeit die Geschwindigkeit an der aeroben Schwelle (vL3) für Mittelstreckler bis 10 km und für Langstreckler bis 15 km immer schneller laufen zu können.

* Am besten man macht nach jedem Training für sich selbst eine kleine sachliche Analyse, was war gut, was habe ich warum nicht geschafft. Respekt vor der Aufgabe, schlimmer wäre, wenn es mit „dem Wollen“ nicht funktioniert hat.

* Bei allen Wettkämpfen muß der Organismus geschwindigkeitsabhängig auf die drei unterschiedlichen Energiesysteme zurückgreifen können. Sie müssen vorbereitend speziell trainiert worden sein. Sie sind in den unterschiedlichen Wettkampfsituationen auf ihre motorischen Fähigkeiten und neurologischen Anpassungen angewiesen. Deshalb müssen sich im Training auch die Anforderungen und Härte der Wettkämpfe (Laktattoleranz, Startphasen, Mittelabschnitte, Streckenlängen, Tempowechsel, Endbeschleunigung unter Ermüdung) widerspiegeln. Im modernen Training von Mittelstrecklern z.B. hat sich der gleichzeitige Einsatz von explosivem Kraftübungen und Sprinttraining neben dem Ausdauertraining durchgesetzt. Die Ausdauerfähigkeiten gehen dadurch, wie oft vermutet, nicht zurück.

* Mentale Stärke im Wettkampf, das programmierte Gehirn, Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, der Glaube an seinen Trainer, positives Denken individuelle Grenzen nach oben verschieben zu können und zu wollen und die Überzeugung bestimmte „Angstgegner“ schlagen zu können werden im Prozeß wettkampfspezifischen „möglichst langen-schnellen Trainings“ im Vergleich zur Spezialstrecke (75 %) erarbeitet. Etwa ein Drittel der Läufer bringt „aus Angst vor dem Versagen“ ihre Leistungsfähigkeit nicht auf die Bahn. Nur wer es schafft die Angst mehrfach zu überwinden ist auf dem Wege zu einem „neuen Läufer“. Wie aber in allen anderen Trainingsbereichen muss man es auch w o l l e n. Im Leistungstraining sollten dafür auch die Hilfen eines leistungssporterfahrenen Psychologen gern und offensiv angenommen werden. Wer sich dessen schämt vergibt eine Chance zum nächsten Schritt auf der Leiter zum Erfolg.

Foto: val / Archiv / Start beim Dresden-Halbmarathon 2017

 

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