Müssen her: Elitesportschulen für NRW

IM WORT. Olympia in NRW? Nur eine Zukunftsvision? Die Voraussetzungen dafür müssen stimmen. Nun hat uns ein Kommentar von Ex-Langstrecken-Bundestrainer und Fachautor, Lothar Pöhlitz, zu diesem Themenschwerpunkt aus der Sicht des Leichtathletik-Experten erreicht.

Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz

43 DOSB-Eliteschulen des Sports gibt es in Deutschland, aber nur 2 (!) von 5 haben die Leichtathletik als Schwerpunktsportart in ihrem Aufgabenbereich in Nordrhein-Westfalen: Leverkusen und Wattenscheid. Das muss man auch als Widerspiegelung des Interesses für Leistungssport und Schulsport und deren Voraussetzungen aus der Zeit der abgewählten alten Landesregierung ansehen. Einen besonderen Anteil, auch am Niedergang des Schulsports, hat da das Schulministerium. Es hat den Niedergang des Anspruchs an Bildung und auch des Schulsports in NRW zu verantworten. Der Städte- und Gemeindebund NRW hat nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern ermittelt, dass „vorsichtig gerechnet“ 400-600 Sport- und Turnhallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge dem Sport entzogen, sozusagen „enteignet“ wurden, von denen noch heute viele sanierungsfähig dem Vereins-, Fitness- und Schulsport nicht zur Verfügung stehen. Dabei ist Schulsport doch ein Teil der Bildung in unserem Lande.

Nun hat der neue NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eine Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region ins Gespräch gebracht. Auch der Sportvermarkter Michael Mronz hat sich für eine deutsche Bewerbung mit dem Zentrum Nordrhein-Westfalen („Rhein-Ruhr Olympic City“ Düsseldorf/Köln) für das Jahr 2032 wiederholt ausgesprochen. In einer Region in der es große Versäumnisse außerhalb des Fußballs gab und nun andere dringende Aufgaben im Zusammenhang mit Sport zu lösen wären. Erfreulich das die neue Landesregierung in ihrem Programm einen Schwerpunkt Bildung installiert hat, in dem hoffentlich auch der Schulsport unter der neuen NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer einen gebührenden Platz erhält. Dazu zählen auch die sportbetonten Schulen.

Mehr Sportstunden – mehr Sport-Fachlehrer – bessere Unterrichtsqualität – moderne Ausstattung der Sporthallen. Schulsport muss wieder Teil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags werden. Dazu gehören auch Sonderschulen für Sport. Neben den zwei Eliteschulen des Sports mit Leichtathletik-Schwerpunkt werden weitere gebraucht um die Region NRW erst einmal in Deutschland, und später bei Olympischen Spielen in NRW konkurrenzfähig zu machen. Da würden sich beispielsweise Dortmund, Düsseldorf und Köln anbieten.  

„Eine Eliteschule des Sports ist eine Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, damit talentierte Nachwuchsathleten und Nachwuchsathletinnen sich auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer individuellen schulischen Bildungschancen vorbereiten können.“ (Quelle: DOSB) In den vom DOSB formulierten Aufgaben findet man: die Eliteschulen des Sports bilden als Baustein im Verbundsystem Schule – Leistungssport ein Profil aus, das sportlich Hochbegabte in besonderem Maße fördert.

„Die Behauptung ohne Doping könnten keine olympischen Medaillen gewonnen werden, wies Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium zurück: deutsche Sportler wollten und könnten zeigen, dass es auch ohne Doping möglich ist, Weltspitze zu sein“ (Quelle DOSB).

Als langjähriger DLV-Bundestrainer muss ich Herrn Schröder entgegenhalten das selbst für unsere Talente die „gedopte“ Weltspitze mit den derzeit unseren Spitzenathleten zur Verfügung gestellten Bedingungen für das Hochleistungstraining kaum zu erreichen ist. Das beginnt bereits mit der Organisation und Qualität der Nachwuchsarbeit, auch für und an den Eliteschulen des Sports, zumindest was die Leichtathletik betrifft, besonders auch in NRW.

Titel: Helmut Schaake / Hindernis-Aushängeschild Gesa Felicitas Krause (ganz rechts) war auf einer Eliesportschule.

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