Die richtigen Schuhe für Training und Wettkämpfe

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TIPPS VOM PROFI. Die Laufschuhe sind der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Läufers. Beim Laufen leisten die Füße Schwerstarbeit! Dabei ist das Schuhwerk zwischen 800 m Spezialisten, schnellen 5.000 m Läufern und Marathonis zu differenzieren. Während eines Langstreckentrainings oder Wettkampfes leisten Sie vieltausendfache „Arbeit“, setzen auf dem Mittelfuß oder im Mittelstreckenlauf dem Ballen auf, fangen bei jedem Schritt ein Mehrfaches des Körpergewichts ab und müssen es am besten hochwirksam schnell vorwärtstreiben. Die Schuhe sollen das Training auf der Bahn, bei Rasendiagonalen oder auf der Straße über Monate oder Jahre verletzungsfrei ermöglichen und sollen sogar Fußfehlstellungen korrigieren. Früher konnte man mit einem Paar schon mal 1.500 km laufen, heute schaffen sie oft nicht einmal 1.000 km.

 

Von Lothar Pöhlitz

Die offensichtlich zunehmenden Meldungen über Fußbeschwerden oder Achillessehnenentzündungen sollten Aufmerksam machen. Individuell optimale Schuhe, die den Körper vor unnötigen oder Fehlbelastungen schützen, sind im Leistungssport „Pflicht“, weil über Jahre immer größere Kräfte auf das „Fahrgestell“, auf Muskeln, Sehnen, Bänder, und Gelenke wirken. Es ist zu differenzieren zwischen Frauen die im Laufen in der Regel zwischen 40-50 kg wiegen und Männern die schon einmal bei 1,90 m Körperhöhe 80 kg oder bei 1,60 m unter 60 kg auf die Waage bringen.

Im Vorfußbereich des Schuhes muss genügend Platz nicht nur für breitere Füße sein, der Fußtyp und die individuelle Lauftechnik sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. Deshalb sollte eigentlich im Hochleistungstraining der „individuell angepasste Maßschuh“ Pflicht sein. Die inzwischen jährlich von den Sportartikelfirmen auf den Markt geworfenen bestbeworbenen Marken (vielleicht sogar aus China) – sie mögen noch so schön leuchten und teuer sein – haben in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet. Auch die „alten schiefgelatschten“ tragen zu Fuß- und Knie- und Rückenbeschwerden bei! Die Achillessehnenschäden, die Wadenverhärtungen, Schienbeinschmerzen und Ermüdungsbrüche sind aber nicht nur das Ergebnis von falschen Schuhen oder Fehlbelastungen. Auch die fehlende Koordinationsarbeit, das verpasste Fußkrafttraining, die verpasste Aufarbeitung der Links- bzw. Rechtsschwäche des Körpers, eine Beinlängendifferenz oder eine Blockade im Rücken können Ursachen sein.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien …

sind das Körpergewicht, die athletischen Voraussetzungen und die Fußbeschaffenheit. Schwergewichte mit kräftiger Statur benötigen deutlich stabilere Modelle als Fliegengewichte oder Frauen. Für den passenden Schuh für ihren Fußtyp, Gewicht und ihre Lauftechnik müssen sie ins Fachgeschäft. Geben sie besser das Geld für eine persönliche Laufbandanalyse aus, als für 2-3 Paar neue, nicht für ihre Füße geeignete Schuhe. Für die Straße empfehlen sich Laufschuhe, die mit einer dämpfenden Sohle ausgestattet sind. Bereiten sie nach wochenlanger Abstinenz ihre Füße auf die Spikes allmählich vor. Auch orthopädische Einlagen, die die stauchenden Kräfte abfangen, beugen gerade auf unebenen Untergründen Überlastungs-erscheinungen der Bänder und Sehnen vor. Wer verhindert schon muskuläre Dysbalancen durch tägliches Dehnen, Gymnastik oder Kräftigung der Bereiche im Zentrum oder durch täglichen Einsatz der Blackroll zur Lockerung muskulärer Verspannungen.

Ein guter Trainingsschuh muss …

  • dämpfen
  • seitlich stützen.
  • stabil führen
  • Fußfehlstellungen entgegenwirken, auch mit Einlagen

Generell sollte im Vorfußbereich des Schuhes genügend Platz sein, damit sich die Zehen frei bewegen können. Wer einen Laufschuh kauft, sollte zuvor seinen Fußtyp bestimmen. Man sollte sich ein Bild davonmachen, welcher Schuh am besten zum individuellen Fußtyp, Gewicht und Laufstil, aber auch zu seinen Trainingsansprüchen passt. Lassen Sie sich in einem guten Sportorthopädie-Fachgeschäft ausführlich beraten. Durch eine Laufbandanalyse erfahren sie oftmals Erstaunliches über ihre Füße und das Fahrgestell!

Der Wettkampfschuh ist kein Trainingsschuh

Wettkampfschuhe sind keine Trainingsschuhe. Sie sind für Wettkämpfe, schnelle Trainingsläufe auf der Bahn und auf Straßen konzipiert, besser nicht fürs Gelände. Wettkampfschuhe sind leicht und nicht immer preiswert, weil die höhere Stabilität ohne große Dämpfung ihren Preis hat. Sie werden deshalb auch nur getragen wenn es die Aufgabe erfordert. Danach sollte der Fuß- bzw. Beinpflege besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, um die Regeneration von den höheren Intensitäten zu beschleunigen und Verspannungen nicht mit in den nächsten Tag zu nehmen.

Foto: Jörg Valentin

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