Österreicher Heinzle/Weiß feiern 2. Etappensieg

ULTRALÄUFE. Zwei bislang eher unbekannte Österreicher sorgen für eine faustdicke Überraschung beim 12. GORE-TEX® Transalpine-Run. Florian Heinzle/Mario Weiß (Team Vertical Power) feierten nach ihrem Sieg auf der Startetappe von Garmisch-Partenkirchen nach Lermoos auch auf dem zweiten Teilstück von Lermoos nach Imst einen großartigen Erfolg. In der erneut ganz schnellen Zeit von 3:10.00 h beendeten sie die 32,5 km vor dem favorisierten italienisch-deutschen Duo Daniel Jung/Helmut Schiessl (3:12.09 h, GORE RUNNING WEAR®/Team Mammut) und Ivan Paulmichl/Michael Kabicher (3:14.34 h, Italien/Österreich). In der Gesamtwertung vor der Königsetappe von Imst nach Mandarfen über 47,9 km führen Heinzle/Weiß nun mit 4.49 min vor Jung/Schiessl und 12.30 min vor Paulmichl/Kabicher.

 

Nur nicht zu viel Kraft vergeuden, nur nicht zu früh aus der Deckung kommen. Das war offensichtlich die Devise der drei Spitzenteams vor der vorentscheidenden 3. Etappe von Imst hinauf nach Mandarfen ans Ende des Pitztals führt und mit 47,9 km die längste und mit 3.037 HM im Anstieg auch gleichzeitig die härteste Etappe des gesamten 12. GORE-TEX® Transalpine-Run. „Wir freuen uns heute über unseren 2. Etappensieg, mit dem wir absolut nicht gerechnet haben. Mal schauen, wie es morgen läuft. Einen Plan haben wir nicht“, gestand Florian Heinzle stellvertretend für seinen Partner Mario Weiß ein. Andererseits machten die beiden Österreicher wieder so viel Druck, dass erneut die Marschtabelle unterboten wurde. „Wir bleiben ganz ruhig, das Rennen beginnt erst richtig mit der 3. Etappe“, kommentierte Daniel Jung die Situation an der Spitze: „Im alpinen Bereich läuft’s für uns besser.“  Jungs Partner Helmut Schiessl, der auf der 1. Etappe unter Krämpfen litt und damit den scheinbar sicheren Sieg aus den Händen gab, hatte sich auf dem Weg von Lermoos nach Imst sichtlich erholt und zeigte sich optimistisch vor der Königsetappe: „Ich muss einfach mehr trinken. Und der Daniel erinnert mich immerzu daran.“

Lachende Dritte scheinen Ivan Paulmichl/Michael Kabicher zu sein. „Wir haben keinen Druck und  schauen uns das alles an, was die beiden Topteams da vorn machen“, schmunzelte Paulmichl.

Auf der Alternativstrecke, die wegen der Regenfälle in der Nacht gelaufen wurde, gab es dennoch die ein oder andere Überraschung. Das russische Team Kirill Rusin/Konstantin Ivanov lief auf Rang  4, die Japaner Takuya Yamada/Shunsuke Okunomiya verbesserten sich auf Rang 5.

Die am ersten Tag dominierenden Master-Läufer Matthias Dippacher/Uli Morgen verloren 13 Minuten auf die Tagessieger Florian Holzinger/Stefan Holzner und damit auch ihre Führung in der Gesamtwertung. „Da waren wir wohl auf der Welle der Euphorie und sind jetzt wieder auf dem Boden der Realität“, hatte Matthias Dippacher seinen Humor dennoch nicht verloren.

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So richtig schnell und spannend geht’s bei den Mixed Teams zu. Kristin Berglund, mit Teampartner Gerald Fister (Schweden/Österreich), zeigte sich bei ihrem Tagessieg in superschnellen 3:33.16 h bestens erholt. „Es sind ja noch einige Tage, da kann noch viel passieren“, stapelte Berglunds Partner Gerald Fister bewusst tief. Zwar verteidigten Melanie Albrecht/Timo Zeiler (Wallgau/Mössingen) mit ihrem dritten Tagesrang die Führung in der Gesamtwertung, doch deutet in der Mixed-Klasse alles auf einen spannenden Dreikampf hin. Zumal auch Tina Fischl/Markus Mingo (Fürstenstein/Bad Kötzing) nach überstandenen gesundheitlichen Problemen wieder auf der Höhe sind und auf Rang zwei liefen.

 

Überhaupt prägen starke Frauen das Geschehen beim 12. GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN.

Ob die in Münster lebende Schwedin Kristin Berglund, die routinierte Tina Fischl oder die erst 20-jährige Melanie Albrecht. Sie alle sorgen in der Mixed-Kategorie für ein hohes Tempo, echte Spannung und vermitteln ein neues Bild. Vorbei sind die Zeiten, als sie im Schatten ihrer Partner standen und am Berg gezogen wurden. Die aktuelle Generation der Läuferinnen ist selbstbewusst und schnell.

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„Es ist besser, wenn ich das Tempo selbst bestimme“, meinte die ehemalige Berglauf-Europameisterin Melanie Albrecht. Auffällig dabei die enorme Zeitdifferenz zu den reinen Frauenteams. Berglund/Fister gewannen in 3:33.16 h und waren damit knapp 50 Minuten schneller als die Frauensiegerinnen  Manishe Sina/Lisa Mehl.

Die laufen ihren eigenen Rhythmus und lassen sich offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen. Das Duo aus Frankfurt und Esslingen feierte in Imst seinen zweiten Tagessieg und blickt zuversichtlich nach vorn. „Wir haben den Lauf heute so richtig genossen, die Wolken waren sehr tief, die Trails extrem schön. Trotz eines gewissen Ehrgeizes darf die Freude am Laufen, an der Natur und den Trails aber nie zu kurz kommen. Diese Balance ist uns beiden wichtig und eine Voraussetzung, dass es gut funktioniert“, meinte die 34-jährige Manishe Sina, die amtierende Deutsche Meisterin im Ultratrail. (Info: Veranstalter)

Ergebnisse: http://bit.ly/2c2o54a

Fotos: Lars Schneider

 

 

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