In Tromsö packt einen das „Arktisfieber“

HALBMARATHON. Es ist etwas sehr Besonderes, das neue Jahr in Tromsö, dem Tor zur Arktis, zu beginnen. Die norwegische Universitätsstadt liegt etwa 350 km nördlich des Polarkreises auf dem 69. Breitengrad. Die Sonne zeigt sich in dieser Jahreszeit nicht, doch die Dunkelheit hat etwas Magisches. Der Blick vom „Stor Steinen“, dem großen Stein, wie die Tromsöer ihren 420 m hohen Hausberg nennen, ist einzigartig. Die Stadt mit ihren vielen Lichtern, die hell erleuchtete Eismeerkathedrale und mit Glück läuft in diesem Augenblick eine Hurtigrute in den Hafen ein. Jeden Tag legen zwei dieser Postschiffe an, eine davon südgehend in Richtung Bergen, die andere fährt nördlich bis nach Kirkenes. Das Signal der ein- und auslaufenden Schiffe ist laut in der ganzen Stadt zu hören und verursacht bei mir regelmäßig Fernweh und Gänsehaut.

 

Text und Fotos von Kerstin Müller

Sehr besonders ist auch der Polarnight Halfmarathon, denn dafür sind wir angereist. Start- und Ziel liegen auf der Storgata, der mit roten Herzen geschmückten Einkaufsstraße der Stadt. Pünktlich zum Start fing es kräftig an zu schneien und die Läufer ließen sich von der Atmosphäre verzaubern.   21 km durch den Schnee, vorbei an vielen Fackeln, die den Streckenrand säumten und immer in der Hoffnung, dass ein Nordlicht am Himmel erscheint.

Ein Läufer sagte zu mir im Ziel: „Ich habe in diesen Tagen alles gesehen, was es zu sehen gab und alles gefühlt, was es zu fühlen gab.“ Und damit hatte er wohl Recht, denn auch die Nordlichter zeigten sich von ihrer besten Seite. Wo sonst gibt es so viele Menschen, die abends und nachts stundenlang in den Himmel starren und die grünen, sich immer wieder verwandelnden Polarlichter bewundern.

Wen einmal das „Arktisfieber“ erwischt hat, der wird es nicht mehr los und kommt wohl immer wieder zurück.

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Foto / Titel: Das Team Lauf-Abenteuer kurz vorm Start zum Polarnight Halfmarathon.

Foto 1: Der Blick vom Stor Steinen auf die Stadt, mit der 1,07 km langen Tromsobrücke und der Eismeerkathedrale im Bild.

Foto 2: Zieleinlauf auf der Storgata, der Eisbär war überraschend übrigens ein Berliner.

Fot0 3: Eisbären-Bier: Die Brauerei Mack in Trömsö ist die nördlichste Brauerei der Welt.

 

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