Geld anstatt für Carnitin besser für gesunde Mischkost ausgeben

 

ERNÄHRUNG. Einen wie wir finden bemerkenswerten Artikel zum Thema Nahrungsergänzungsmittel fanden wir jetzt bei German Road Races. Diesen wollten wir Ihnen nicht vorenthalten!

Keine „Verbesserung“ der Fettverbrennung durch Carnitineinnahme

 

Von Dr. Kurt Moosburger – aufbereitet und gekürzt von Lothar Pöhlitz

„Eine Supplementation von Carnitin bewirkt keine Steigerung bzw. Verbesserung des Fettstoffwechsels und kann weder die Ausdauerleistungsfähigkeit steigern, noch eine Körperfettreduktion beschleunigen.

Wer heute noch eine Leistungssteigerung oder einen beschleunigten Körperfettabbau durch die Einnahme von Carnitinprodukten verspricht, ob Trainer, Arzt oder Ernährungsberater, macht sich unglaubwürdig und disqualifiziert sich als “Fachmann“ – „die Supplementation von Carnitin zur Verbesserung des Fettstoffwechsels ist ein sinnloses ineffektives und zudem kostspieliges Unterfangen“ (www.dr-moosburger.at 1995 / 2005)

Ein Fachmann aus der Leistungsmedizin machte schon vor längerem seinen Herzen Luft und klärte vor allem Langstreckler und Marathonläufer auf, die sich in den letzten Jahren durch die Carnitin-Werbung leistungsunterstützende Hilfen versprachen, für nicht wenig Geld.

Es passt in die Kategorie Nahrungsergänzungsmittel, die vor allem denen bessere Ergebnisse suggerierten, die in der Vergangenheit die eine oder andere ausgelassene Trainingseinheit durch ein paar Pillen oder einen Rigel oder Schmerzmittel vor Wettkämpfen oder vielleicht auch fehlenden Ehrgeiz, Leidenschaft, vielleicht auch Geschwindigkeit im Trainingsumfang ersetzten.

Deshalb soll an dieser Stelle durch einige Zitate aus Moosburgers Veröffentlichungen zur Carnitin-Problematik noch einmal darauf hingewiesen und aufgeklärt werden, dass die Supplementation von Carnitin zur “Verbesserung“ des Fettstoffwechsels ein sinnloses, da ineffektives (und zudem kostspieliges) Unterfangen ist.

Carnitin ist eine körpereigene Substanz, die einerseits in Leber, Niere und Gehirn gebildet wird (ca. 15 mg pro Tag aus den beiden essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin, die Vorstufen von Carnitin entstehen hauptsächlich in der Skelettmuskulatur) und andererseits mit der Nahrung (unter anderem Fleisch) aufgenommen wird (10-70 mg/Tag, durchschnittlich 30 mg/Tag bei Mischkost).

Der Carnitingehalt des Körpers beträgt ca. 20-25 g, vor allen in Geweben mit aktivem Fettsäurestoffwechsel. 98 % der Carnitinreserven befinden sich in der Skelett- und Herzmuskulatur, der Rest in der Leber und Niere.

Carnitin erfüllt in der Muskelzelle eine “Taxifunktion“, indem es langkettige Fettsäuren, die vorwiegend aus dem Fettgewebe (zum kleinen Teil aus dem Muskelgewebe selbst) mobilisiert werden (Lipolyse), in die Mitochondrien (“Kraftwerke der Zelle“) transportiert, wo diese dann zur Energiegewinnung (ATP) verbrannt werden.

„Es gibt beim Gesunden weder einen Carnitinmangel, noch einen Carnitinverbrauch, noch Carnitinverluste. Selbst bei hochausdauertrainierten AthletInnen ist immer genügend und bedarfsgerecht Carnitin in der Muskelzelle vorhanden, es wird nicht verbraucht, sondern steht immer wieder als “Taxi“ zur Verfügung“.

(siehe auch: http://www.dr-moosburger.at/pub/pub011.pdf)

 

http://www.germanroadraces.de/24-0-41223-das-geld-fuer-carnitin-besser-fuer-qualitaetsmischkost.html

 

Foto: thinkstock/czekma 13

 

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