Amrhein und Petros „Königin und König“ von Soest

SZENE. Amanal Petros konnte beim 37. Internationalen Silvesterlauf von Werl nach Soest seinen Vorjahreserfolg wiederholen. Der  23-jährige Langstreckler, der seine Abschiedsvorstellung im Trikot des SV Brackwede gab, legte die 15km-lange Strecke in 44:41 min zurück und hatte als viel umjubelter Sieger auf dem Marktplatz in Soest einen deutlichen Vorsprung  vor dem überraschend starken Nils Voigt  (LG Brillux Münster, 45:04 min) und Robiel Weldemichael (SUS Westenholz, 46:21 min).

Von Matthias Behrens (Text und Fotos)

Der letzt jährige  EM-Teilnehmer über 10.000 m, der im neuen Jahr für den TV Wattenscheid starten wird, strahlte im Ziel: „Da ich mich verletzungsbedingt erst seit sechs Wochen wieder im Training befinde, war das für mich ein toller Jahresabschluss. Die ausgelassene Stimmung entlang der Strecke hat mir sehr gut gefallen.“

Amanal Petros

Amanal Petros hatte sich bereits bei 5 km abgesetzt. Die 10 km-Marke passierte er in 29:26 min. Immer auf Sichtweite zu ihm befand sich  Nils Vogt, der mit seinem zweiten Rang hochzufrieden war: „Bei mir hat sich offensichtlich das gemeinsame Training mit Amanal Petros ausgezahlt.“ Auch der Münsteraner startet im neuen Jahr für den TV Wattenscheid.

Bei den Frauen beeindruckte  Fabienne Amrhein (MTG Mannheim) mit ihrem souveränen Sieg  in 51:47 min vor der noch zur Jugendklasse zählenden Linn Kleine (LG Olympia Dortmund, 55:12 min), die sich nach ihrer langen Verletzungspause spontan für den Start entschied, und Daniela Wurm (55:37 min). Die amtierende deutsche Marathonmeisterin hatte den Laufspaß, bei dem an der Strecke immer etwas los ist,  bereits vor einem Jahr genossen,  als sie in 53:03 min vornlag. „Ich nehme mich sehr gerne als Messlatte und möchte immer versuchen, meine Zeit zu verbessern. Das habe ich heute klar geschafft, denn ich war deutlich schneller als im Vorjahr.,“ freute sich  die EM-Elfte im Marathonlauf.

Vor drei Wochen war Fabienne Amrhein noch bei der Cross-EM in Tilburg (Niederlande) gestartet, wo sie auf der 8.300m-langen Strecke in 27:26 min 19. wurde. Die 26-jährige Mannheimerin hatte sich intensiv auf diese Titelkämpfe vorbereitet, sodass sie von ihrer guten Form auch noch am Jahresende profitierte. Nach der EM ließ sie es im Training etwas ruhiger angehen, aber inzwischen ist sie wieder bei einem wöchentlichen Umfang von 140 km angelangt.  Am 5. Januar reist sie wie Amanal Petros für vier Wochen ins Trainingslager nach Kenia. Dort beginnt sie mit ihrer direkten Vorbereitung auf die deutschen  Marathon-Meisterschaften am 28. April in Düsseldorf, wo sie gerne ihren Titel verteidigen möchte. 2019 strebt sie auf der klassischen Distanz eine Zeit unter 2:30 Stunden (aktuelle Bestzeit: 2:32:24 h/2018 in Düsseldorf) an.

Auffallend war, dass der Silvesterlauf in der Spitze dieses Mal deutlich besser besetzt war als in den vergangenen Jahren. Organisator Ingo Schaffranka setzte in der sportlichen Leitung mit Laura Lienhart und Andreas Beulertz zwei engagierte Mitarbeiter ein, die im Vorfeld viele Kontakte zu bekannten Läuferinnen und Läufern aufgenommen hatten, um sie für einen Start bei dem beliebten Laufevent, bei dem es gleichzeitig um einen wohltätigen Zweck geht. zu bewegen.

Der Charity-Gedanke spielte   dem  Silvesterlauf, der der größte dieser Art in Deutschland ist,  neben dem Sport  wieder  eine wichtige Rolle. So geht der Erlös des Laufes  an die Stiftung „Gutes Erlaufen“, die sich um verschiedene soziale Projekte. Mehr als 1,3 Millionen Euro sammelten die Silvesterläufer in den letzten Jahren für wohltätige Zwecke.  Erstmalig erhielten bei der 37. Auflage dieser Traditionsveranstaltung die beiden Sieger eine Prämie von jeweils 1.000 Euro, sie die Hilfsprojekten zur Verfügung stellen. Amanal Petros lässt sein Geld kranken und behinderten Menschen in Bethel  zukommen.  Fabienne Amrhein, die Molekularmedizin studiert hat und gerade ihren Master macht, möchte mit ihrer Spende das Waldcamp der deutschen  Kinderkrebsstiftung unterstützen   „Das man zum Jahresabschluss gleichzeitig für einen guten Zweck läuft, hat mich besonders motiviert,“ berichtete Fabienne Amrhein.

Mit 6.600 Läufer und Walkern fand der Silvesterlauf wieder einen großen Zuspruch. Allerdings der Rekord von 8.200 Teilnehmern aus dem Jahr 2016 bleibt bei der 37. Auflage unangetastet. Trotzdem zeigte sich Organisator Ingo Schaffranka zufrieden: „Die Konkurrenz durch andere Silvesterläufe wird immer größer. So finden inzwischen zum Jahresende insgesamt 100 Silvesterläufe in Deutschland statt. Da liegen wir weiter gut im Rennen.“

 

 

 

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