Fit-Naschen: Leckereien genießen ohne Reue

Allgemeines. Unsere Kolumnistin Freya liefert euch gute Gründe, auch an den Feiertagen zulangen zu können. Sie hat traditionelle Naschereien aus ihrer Heimat zu einem wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung getrimmt. Nachmachen ist erwünscht!

VON FREYA

Zum Neujahr Ostfriesische Neejahrskoken

In meiner Heimat Ostfriesland ist es Tradition, um Silvester herum Neejahrskoken zu backen, die an Neujahr an Nachbarn und Freunde verschenkt werden. Die Waffeln wurden traditionell in einer alten Milchkanne aufbewahrt, die bis zum Rand gefüllt war. Für das Backen benötigt man ein spezielles Waffeleisen, ein „normales Waffeleisen“ klappt in keinem Fall, da die Waffeln wirklich dünn sein müssen.

Noch heute erinnere ich mich an den Duft nach Zimt, Anis und Kardamom, den die leckeren Röllchen beim Backen in der Wohnküche meiner Oma verströmt haben.

Natürlich lassen sich Ostfriesen auch nicht lumpen, wenn es um Kalorien geht. Immer schön deftig muss alles sein. Damit man auch in einer gesundheitsbewussten Küche nicht auf solche traditionellen Leckereien verzichten muss, hat Karina euch ja schon die Alternativen zu den herkömmlichen Zutaten genannt. Auch in meinem Rezept haben wir die Zutaten ausgetauscht und konnten so ohne Reue zuschlagen.

 

Zutaten:

Low Carb Variante (glutenfrei)

 

Traditionelles Rezept
200 g Butter 200 g Butter
260 g Erythrit 200 g Kandis
450 g Buchweizenmehl 450 g Mehl
1 Ei 1 Ei
1 El. Zimt gemahlen 1 EL. Zimt gemahlen
1 El. Anis gemahlen 1 EL Anis gemahlen
0,75 g Kardamom gemahlen 0,75 g Kardamom gemahlen
500 ml Wasser 500 ml Wasser

 

Zubereitung

– Das Wasser wird im Topf erwärmt und der Kandis, bzw. das Erythrit, darin aufgelöst. Das Ganze wird zum Abkühlen beiseitegestellt.

– Die Butter wird verflüssigt. Sobald sie ein wenig abgekühlt ist, rührt man sie sahnig.

– Dann fügt man nacheinander das Ei, die Gewürze, die Zuckerlösung, bzw. Erythritlösung und das Mehl hinzu.

– Der Teig sollte über Nacht stehen und erst am nächsten Tag ausgebacken werden.

– Nach dem Backen müssen die Waffeln sofort mit einer Gabel aufgerollt werden.

Damit entstehen etwa 24 Neejahrskoken mit 128 kcal, 3 g Eiweiß, 12 g Kohlenhydraten und 4 g Fett pro Stück.

 

Die Gewürze sind der Superstars im Rezept

Noch viel mehr lohnt sich in diesem Rezept aber der Blick auf das, was den Geschmack der Neejohrskoken ausmacht: Die Gewürze. Denn die haben es in sich. Lange wurde es vermutet, aber erst seit einigen Jahren machen sich Wissenschaftler aber wirklich daran, es zu bestätigen: Gewürze haben sehr weitreichende Wirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Anhand von Kardamom, Anis und Zimt möchte ich euch das verdeutlichen.

Gewürze enthalten eine große Menge Phytonährstoffe, die auch sekundäre Pflanzenstoffe genannt werden. Viele von ihnen sind die bekannten Antioxidantien. Sie bekämpfen die freie Radikale zu, die auf der Zellebene große Schäden verursachen können und so Krankheiten wie z.B. Krebs entstehen lassen.  Für den Menschen und seine Ernährung sind diese Stoffe nicht essentiell. Aufkeimende Forschungen zeigen aber immer wieder, dass sie vermutlich eine gesundheitsfördernde und eine gesundheitspräventive Wirkung haben, da die sekundären Pflanzenstoffe auf eine Vielzahl von Stoffwechselprodukten Einfluss nehmen. Jedoch muss man bedenken, dass trotz aller Studien noch keine genauen Angaben zur gesundheitsförderlichen Menge gegeben werden können. Wichtig ist außerdem, dass die schulärztliche Medizin immer noch an erster Stelle stehen sollte. Gewürze und auch andere Lebensmittel mit sekundären Pflanzenstoffen sollen und können aktuell nur einen Beitrag zum Wohlbefinden und der Gesundheitserhaltung leisten.

Zimt – der Vielseitige

Zimt ist wohl so ziemlich eins der am häufigsten verwendeten Gewürze in der Weihnachtszeit. Nicht umsonst, denn sein Aroma ist unverwechselbar. Es ist laut einiger Wissenschaftler aber auch dafür bekannt, einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel haben zu können. Wer bereits Diabetes hat, wird von ärztlicher Seite zu einer vollwertigen Ernährung und einem gesunden Lebensstil angehalten. Zimt kann hierzu, nach ärztlicher Ansicht, beitragen und somit eine gute Ergänzung zu der allgemeinen Diabetestherapie sein. Bei stetig steigender Zahl an Diabetesfällen in Deutschland, ist das eine interessante Erkenntnis. Zudem wird aktuell vermehrt die Wirkung des Gewürzes auf Pilze und Bakterien, den Cholesterinspiegel sowie die Wundheilung unter die Lupe genommen.

Kardamom – der Oriantalische

Schon seit Urzeiten wird Kardamom in den orientalischen Lehren für eine Vielzahl an Krankheitsbildern eingesetzt: Bei Erkrankungen der Atemwege, Herzproblemen, bei Verdauungsproblemen, Mundgeruch und auch bei Grippe. Wissenschaftlich erwiesen ist tatsächlich die förderliche Wirkung der ätherischen Öle für die Verdauung. Kardamom, bzw. dessen Wirkstoff Cineol, beruhigt den Magen. Ein paar Körner direkt zerkaut, kann außerdem den Bakterien entgegenwirken, die Mundgeruch verursachen. Asthmapatienten profitieren augenscheinlich ebenfalls durch ihn: Eine Behandlung mit Cineol hat in einer noch recht kleinen Studie dazu geführt, dass die Patienten die Menge der Medikation mit Steroiden senken konnten. Mein Tipp: Ein paar Körner zerriebenen Kardamom in Kaffee macht ihn bekömmlicher.

Anis – der Magenverträgliche

Anis enthält Anethol, wie Wissenschaftler entdeckt haben. Es wirkt entspannend auf die Nerven, die die Muskeln und das Verdauungssystem steuern. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Anis bei der Linderung vieler Beschwerden.  Somit kommt es heutzutage immer öfter auch in der Schulmedizin bei der Behandlung von Verdauungsstörungen wie Koliken, Verstopfung, Blähungen, Koliken oder Magenkrämpfen zum Einsatz. Quasi perfekt für den Jahreswechsel.

Foto: LZ&CONDI

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