Trotz Novembergrau – Blumensaatlauf lockt nach Essen

Grau-schmuddelige und nasskalte äußere Bedingungen machten den diesjährigen Blumensaat-Lauf am Essener Baldeneysee zu einem echten Novembererlebnis. Dennoch gab es keine bedeutenden Einbrüche bei den Teilnehmerzahlen. Viele Läuferinnen und Läufer wollen zum Saisonausklang noch einmal eine gute Zeit laufen. Die flache, schnelle und DLV-vermessene Strecke bietet dafür eine der letzten Möglichkeiten im alten Jahr. Von den 1.003 Finishern liefen knapp zwei Drittel den Zehner (620) und gut ein Drittel den Halbmarathon (383).

Im Halbmarathon der Männer prägte ein spannender Zweikampf an der Spitze das Geschehen auf der Pendelstrecke, die zweimal zu durchlaufen ist. Zunächst, nach fünf Kilometern, konnte sich Timo Böhl (M30) von der LG Wittgenstein in Front setzen, dicht gefolgt von David Schönherr (M20) von den Laufsportfreunden Münster. Das war auch die Reihenfolge, als beide nach 10,5km zum ersten Mal wieder zum Ziel kamen. Schönherr drehte dann etwas auf und hatte seinen Widersacher bei km 15 gestellt. Man lief eine kurze Passage zusammen, bis Schönherr aufdrehte. In 1:12:04 h (brutto) konnte er Böhl auf den letzten Kilometern noch 24 Sekunden abjagen. Der wurde in 1:12:24 h Vizemeister. Auf Rang drei kam Max Kreitner (M20) von Tus Köln rechtsrheinisch in 1:12:56 h. – Weit weniger spannend war das Frauenrennen. Hier legte die junge Katharina Wehr (W20) vom TV Wanheimerort einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg hin in 1:22:44 h. Damit hatte sie fast drei Minuten Vorsprung vor der besten Verfolgerin. Das war auf Rang zwei die Spanierin Silvia Noya Crespo (W35) von der DJK Gütersloh in 1:25:24 h. Knapp zwei Minuten später lief Lise Devits (W20) von Marathon Mülheim über die Ziellinie. Ihre Resultat: 1:27:17 h.

HM-Siegerin Katharina Wehr – Foto: Michael Schardt

Die im Verhältnis zum Halbmarathon vielleicht etwas höherwertigen Zeiten wurden über zehn Kilometer gelaufen. Bei den Männern blieben zwei Läufer unter 32 Minuten. Jan Stratmann (M20) von Triathlon Witten fuhr in 31:35 min einen knappen, aber verdienten Sieg ein. Zweiter wurde der starke Michael Majewski (M20) von BV Garrel in 31:45. Drei weitere Läufer blieben unter 33 und sechs weitere unter 34 Minuten. Auf Rang drei landete der A-Jugendliche Maximilian Feist von der LG Olympia Dortmund in 32:06 min. – Auch bei den Frauen schaffte eine Athletin der LGO Dortmund den Sprung aufs Treppchen, und zwar auf das oberste: Patricia de Graat. Die W20erin zeigte eine souveräne Vorstellung in 36:57 min und konnte damit das hoch gehandelte, 15-jährige Jungtalent Sonja Vernikov (U18) in die Schranken weisen. Das Mädchen, das an fast jedem Wochenende mehrere Wettkämpfe bestreitet, brachte es auf eine Zeit von 37:30 min, musste sich im Spurt aber noch eines Angriffs von Sophia Rosenberg (W20, USC Bochum) erwehren, die nur eine Sekunde nach Vernikov (37:31 min) einlief. Hinter de Graat ging es ohnehin sehr eng zu. Zwischen der zweiten und fünften lagen gerade einmal zwölf Sekunden. (Text: Michael Schardt)

Titefoto: Jörg Valentin /Archiv

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