Kipchoge und Cherono Marathonläufer des Jahres

SZENE. Zum vierten Mal in Folge wurde Eliud Kipchoge zum Marathonläufer des Jahres gewählt. Seine kenianische Landsfrau Gladys Cherono erhält am Freitag im Rahmen einer Gala in Athen erstmals die Auszeichnung als „Best Marathon Runner of the Year“ (BMR) des internationalen Verbandes für Marathon- und Straßenläufe AIMS (Association of International Marathons and Distance Races). Bei der Gala, die AIMS gemeinsam mit dem griechischen Leichtathletik-Verband SEGAS in der Athener Konzerthalle Megaro organisiert, werden weitere Auszeichnungen verliehen. Als erster Deutscher wird der Berlin-Marathon-Gründer Horst Milde mit dem 2018 AIMS Lifetime Achievement Award geehrt. Diesen erhält auch der frühere japanische AIMS-Präsident Hiroaki Chosa.

Der Marathonlauf kehrt in Athen zu seinen Wurzeln zurück, wenn an diesem Wochenende über 60 Lauf-Veranstalter von AIMS zur Gala kommen und tags darauf am 12. Marathon-Symposium teilnehmen, bei dem es um das Thema Datenschutz geht. Am Sonntag veranstaltet SEGAS dann den Athen-Marathon, der eine Rekord-Meldezahl von 18.750 Läufern verzeichnet. Der „Athens Marathon. The Authentic” findet auf der historischen Strecke statt, die von der Kleinstadt Marathon bis ins alte Athener Olympiastadion führt. Bereits 1896 wurde auf diesem Kurs bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit gelaufen.

Selbst für den Ausnahmeläufer Eliud Kipchoge war dieses Jahr ein außergewöhnliches. Im September brach der Kenianer in Berlin den Weltrekord und verbesserte die Bestzeit gleich um 1:18 Minuten auf 2:01:39 Stunden. Es war der größte Sprung in der Entwicklung des Marathon-Weltrekordes seit über 50 Jahren. Im April hatte Kipchoge zum dritten Mal den London-Marathon gewonnen. Nur bei einem seiner insgesamt zwölf Marathonrennen hat sich der Kenianer bisher geschlagen geben müssen. Kipchoge, der im vergangenen Jahr in Monza bei einem irregulären Rennen eine Fabelzeit von 2:00:25 erreichte, beeindruckt auch aufgrund seiner langen, erfolgreichen Karriere. Bereits 2003, als 18-Jähriger, wurde er Weltmeister über 5.000 m.

Gladys Cherono wurde aufgrund ihres herausragenden Rennens in Berlin zur Marathonläuferin des Jahres gewählt. Die 35-jährige Kenianerin gewann den Berlin-Marathon zum dritten Mal und erzielte mit 2:18:11 Stunden die Jahresweltbestzeit. Im April war sie Vierte beim London-Marathon. Ihren ersten Marathon war Gladys Cherono 2015 in Dubai gelaufen, wo sie einen starken zweiten Platz belegt hatte. Zwei Jahre zuvor hatte sie im WM-Finale über 10.000 m die Silbermedaille gewonnen, und 2014 wurde sie Halbmarathon-Weltmeisterin.

Horst Milde für Lebenswerk geehrt

Zwei außergewöhnlich erfolgreiche Veranstalter werden am Freitag für ihr Lebenswerk mit dem AIMS Lifetime Achievement Award ausgezeichnet: Horst Milde, der entscheidenden Anteil an der Entwicklung der breitensportlichen Läufe in Deutschland hat, und Hiroaki Chosa, der von 1994 bis 2010 Präsident von AIMS war. Während der „AIMS Green Award“ an den Luzern-Marathon geht, erhält der Belgrad-Marathon den „AIMS Social Award“.

Foto: Gesine Milde / Horst Milde

Der Berliner Horst Milde, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feierte, initiierte und entwickelte über Jahrzehnte hinweg die großen Laufveranstaltungen des SC Charlottenburg Berlin, allen voran den Berlin-Marathon sowie den Berliner Halbmarathon. 1964 war er die treibende Kraft hinter einer bahnbrechenden Idee: Der erste Crosslauf, der am 8. November in West-Berlin stattfand, war das erste deutsche Rennen, bei dem auch breitensportliche Läufer ohne Vereinszugehörigkeit an den Start gehen konnten. Zu zahlreichen weiteren Veranstaltungs-Höhepunkten von Horst Milde, der auch über viele Jahre hinweg zum Führungsgremium von AIMS gehörte, zählten der erste Berlin-Marathon durch die Innenstadt 1981, das Neujahrsrennen durch die Maueröffnungen am 1. Januar 1990 und der erste Berlin-Marathon durch Ost und West noch wenige Tage vor der deutschen Einheit 1990. In genau 348 Veranstaltungen gingen unter der Regie von Horst Milde über 1,25 Millionen Menschen an den Start. Fünf Weltrekorde gab es beim Berlin-Marathon während seiner Zeit als Race-Direktor, darunter die bahnbrechenden Bestzeiten von Naoko Takahashi und Paul Tergat. Die Japanerin blieb als erste unter 2:20 Stunden, der Kenianer durchbrach als erster die 2:05-Stunden-Barriere. (Info: race-news-service)

Titelfoto: Victah Sailer / Eliud Kipchoge und Gladys Cherono Marathonläufer des Jahres

 

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