Stephen Kiprop rennt Topzeit in Ústí nad Labem (Aussig)

SZENE. Die Laufserie von RunCzech erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Seit Jahren konzipiert das Organisationsteam um Carlo Capalbo,  Präsident von RunCzech und Vorsitzender der IAAF-Straßenlauf-Kommission,  perfekt organisierte Wettkämpfe überwiegend in Tschechien und Italien. Der Grand Prix 10 km von Prag gehört ebenso zum RunCzech-Programm  wie auch der Prag-Marathon sowie die Halbmarathonläufe im Frühjahr in Olmütz und Karlsbad. Einer der bedeutendsten Halbmarathonläufe im Übergang vom Sommer zum Herbst ist der Ústí nad Labem Halbmarathon. Dieser hat sich in den letzten Jahren  zu einem echten Hingucker mit Bestzeitgarantie entwickelt. Ústí nad Labem,  das frühere Aussig, nur eine knappe Autostunde südlich von Dresden gelegen, konnte sich auch in diesem Jahr über einen weiteren Teilnehmerzuwachs freuen. Insgesamt nahmen bei bestem Laufwetter mit Temperaturen  um die 20°C allerdings einem mitunter recht böigen Wind über 6.000 Läuferinnen und Läufer am Halbmarathon und am Familienlauf teil.

Von Jörg Valentin (Text) und Fotos: RunCZECH/Dominik Bornemann

Mit dem erst 19-jährigen Kenianer Stephen Kiprop hat sich in Ústí nad Labem ein international noch wenig bekannter junger Ostafrikaner in die Herzen der Zuschauer gelaufen. Bis zur Streckenhälfte hatte sich Kiprop noch im Pulk der Führenden befunden bevor er mit einer furiosen Tempoverschärfung eine vorzeitige Entscheidung sucht. Der Mut wurde belohnt. Mit einer Endzeit von 59: 41 min der Kenianer als einziger Läufer unter der 1-h-Marke. Eine Weltklassezeit für einen so jungen Athleten. Hinter Stephen Kiprop landeten mit Barselius Kipyego (1:00:25 h) und Abel Kipchumba (1:00:39 h) zwei Landsleute auf den nächsten Plätzen. Streckenrekord gab es bei den Männern zwar keinen zu bestaunen, aber für den Sieger Stephen Kiprop bedeutete die Zeit immerhin eine persönliche Bestleistung.

Hat immer ein offenes Ohr für alle: Carlo Capalbo (r.), Präsident von RunCzech

Bei den Frauen war es an der Spitze spannender. Aber auch hier gab es einen kenianischen Triumpf auf ganzer Linie. Die schnellste Frau, Diana Chemtai Kipyokei, gewann in persönlicher Bestzeit von 1:07:17 h. Dabei verpasste sie den Streckenrekord nur hauchzart um gerade einmal 1 Sekunde. Auch hier: Eine Weltklassezeit! Dahinter rief mit Nancy Jepkosgei Kiprop (1:07:32 h) eine weitere Kenianerin eine absolute Topleistung ab. Schon etwas größer war  hier der Abstand zur Drittplatzierten von Lucy Cheruiyot (1:09:52 h).

Bei den europäischen Repräsentanten war der erste Läufer,  Jiří Homoláč aus der Tschechischen Republik (1:05:12 h), und bei den Frauen – Lilia Fisikovici aus Moldawien (1:10:45 h). Sie stellte einen neuen nationalen Rekord auf. In diesem Jahr siegte die Läuferin aus Moldavien zudem beim Budejovice Halbmarathon und belegte außerdem den ersten Rang beim EuroHeroes-Event – einer neuen  RunCzech-Initiative zur Unterstützung von europäischen Athleten.

Immer dem Führungsmotorrad hinterher: Die große Führungsgruppe in Ústí nad Labem

Zu Recht stolz auf die Ergebnisse war auch Carlo Capalbo: „Schade für die Athletin das der Streckenrekord nicht gefallen ist.  Erfreulich, das mit Stephen Kiprop ein junger Läufer sein großes Talent angedeutet hat“.

Gute Stimmung bei allen Beteiligten

Die Strecke in Ústí nad Labem ist schnell, sehr schnell, auch wenn mitunter die eine oder andere Ecke und Kehre dabei ist. Die Stimmung an der Strecke ist begeisternd. Laufen ist in der Tschechischen Republik ein echter Trendsetter. Ganze Familien beteiligen sich da mit Kind und Kegel beim Fun- und Familienlauf im Vorprogramm. Das war Freude pur.

Da war für den Dortmunder David Valentin (rotes Trikot/km 9) die Welt noch in Ordnung.

Deutsche Teilnehmer waren in Ústí nad Labem leider nur ganz wenige zu entdecken. Mit dem Deutschen Juniorenmeister über 10.000 m und 3. der DM im Halbmarathon, David Valentin (LG Olympia Dortmund) hatte nur ein bekanntes Gesicht die Reise in die Tschechische Republik auf sich genommen. Leider konnte der Westfale wegen starker Magen- Darm-Problemen nicht sein gewohntes Leistungsvermögen abrufen und blieb mit 1:13:36 h weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.  Warum nur so wenige deutsche Läuferinnen und Läufer am Start waren, erschließt sich einem nicht. Denn wer eine perfekte Organisation mit moderaten Startgebühren sucht, der ist bei RunCzech an der richtigen Adresse. Für das kommende Jahr sollten sich daher einige mehr die Laufserie von RunCzeck dick in ihrem Laufkalender anstreichen.

 

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