Alina Reh wird beim Harting-Abschied 4. über 10.000 m

08.08.2018, Berlin: Leichtathletik, Europameisterschaft im Olympiastadion: 10.000 m , Frauen, Finale, Alina Reh (l) aus Deutschland und Jip Vastenburg (r) aus den Niederlanden in Aktion. Foto: Bernd Thissen/dpa | Verwendung weltweit

SZENE. Mit dem 3. Tag hat die Leichtathletik-EM in Berlin so richtig an Fahrt aufgenommen. Für das deutsche Team gab es weitere Medaillen zu feiern und mit dem Olympia-, Welt- und Europameister Robert Harting ließ eine Diskuslegende seine große Karriere in „seinem Wohnzimmer“ Olympiastadion mit Platz 6 zum Abschied gebührend ausklingen. Trotzdem stand ganz klar der Zehnkampf der Männer mit dem neuen Europameister Arthur Abele, der Weitsprung der Männer mit Silber für Fabian Heinle (8,13 m) und einer weiteren Silbermedaille für Kugelstoßerin Christina Schwanitz im Mittelpunkt des Interesses.

Fast abseits des Trubels gab es eine unverhoffte Überraschung für die Freunde des Ausdauersports. Dass die junge Alina Reh (SSV Ulm) eine Langstreckenläuferin mit Zukunft ist, war schon im Vorfeld unbestritten. Aber was sie in Berlin geleistet hat, ist unbeschreiblich. Während zahlreiche Favoritinnen in der ersten Hälfte des 10.000 m-Laufs  der Frauen bei erneut großer Hitze ihre Kräfte mit wechselnden Tempi und Positionskämpfen vergeudeten, lief Alina ihr „eigenes Rennen“. Sie lief Runde um Runde sehr gleichmäßig und in Anbetracht der Hitze erstaunlich leichtfüßig. Diese Taktik versetzte sie dann in der entscheidenden Phase in die Lage, eine Gegnerin nach der anderen „einzusammeln“.

Zwei „Große“ der deutschen Leichtathletik: Robert Harting und Arthur Abele

Unter dem Jubel des Publikums konnte sie in der Schlussrunde sogar noch einen tollen Spurt hinlegen. Ihr vierter Platz in dieser Souveränität gelaufen, ist für eine erst 21-jährige Langstrecklerin eine außergewöhnliche Leistung, die großen Respekt und Anerkennung verdient.  Dabei hatte Alina Reh lange um ihren Start bei der EM fürchten müssen. Ein Ermüdungsbruch im März ließ den Traum von einer Teilnahme in weite Ferne rücken. Gerade noch rechtzeitig schaffte es der Schützling von Trainer Jürgen Austin-Kerl zurück auf die Tartanbahn.

Das Feld der Damen über 10.000 m

Unangefochten siegte die gebürtige Ostafrikanerin Lonah Chemtai Salpeter, die für Israel startet, vor der sich total verausgabenden Niederländerin Susan Krumins. Die Bronzemedaille gewann Meraf Bahta (Schweden). Die Zeit von Alina Reh (32:28,48 min) ist nur knapp 11 Sekunden langsamer als ihre persönliche Bestzeit. Bei diesem Wetter ist das mehr als erstaunlich. Die zweite Deutsche, die ins Ziel kam, war Natalie Tanner(LG Eintracht Frankfurt). Ihr 14. Platz in der ebenfalls hervorragenden Zeit von 33:22,21 min ist ebenfalls eine Leistung, die sich sehen lassen konnte. Lediglich Anna Gehring (ASV Köln) erreichte das Ziel bei ihrem insgesamt dritten 10.000 m-Lauf in diesem Jahr leider nicht. (Hubert Meisen/Jörg Valentin)

Fotos: Petra Juretzki (2)

Titel-Foto: Bernd Thissen/dpa: Leichtathletik-Europameisterschaft im Olympiastadion: 10.000 m , Frauen, Finale, Alina Reh (l) aus Deutschland und Jip Vastenburg (r) aus den Niederlanden in Aktion.

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