Aachen: campusRun für Menschenrechte

SZENE. Der Verein „Aachen hat Ausdauer“ hat 2016 eine neue Laufveranstaltung ins Leben gerufen, die nun zum dritten Mal durchgeführt wurde. Auf der Homepage des Vereins wird das Selbstverständnis und das Anliegen wie folgt beschrieben: „Wir mögen Sport. Und Menschenrechte. Wir glauben, dass man eine Menge Spaß haben kann, wenn man beides verbindet. Und wir wissen, dass Menschenrechtsarbeit, wie sie Amnesty International in Aachen seit Jahren erfolgreich betreibt, Geld kostet. Deshalb organisieren wir einmal im Jahr den campusRun. Damit schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe: 1. Wir schaffen eine Bühne für ein aktuelles Menschenrechtsthema. 2. Wir helfen Amnesty International beim Fundraising und 3. Wir bringen mehrere hundert Menschen zusammen, die genauso für Sport und Menschenrechte sind wie wir.“

Dem Aufruf, zu laufen und zu helfen, sind in diesem Jahr 130 Einzelläufer und 60 Staffelmitglieder gefolgt, vor allem aus der Studentenschaft der Kaiserstadt. Von daher waren die Starter überwiegend zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt; Teilnehmer aus der Volkslaufszene sah man nur wenige. Das mag daran liegen, dass der Lauf dort kaum beworben wird und mögliche Interessenten nichts von dieser Veranstaltung wussten. Selbst das fürs Rheinland maßgebliche Portal „Laufen in Köln“ hatte den campusRun nicht in seinem Laufkalender aufgeführt.

Im Angebot war ein Jedermannslauf über fünf und ein Hauptlauf über zehn Kilometer, jeweils gelaufen auf einer welligen, recht anspruchsvollen 2,5-km-Runde auf dem Melatencampus. Bei äußerlich recht guten Bedingungen – es war mit 27 Grad nicht mehr ganz so heiß wie die Tage zuvor – erbrachte Julia Kümpers die beste sportliche Leistung bei ihrem Sieg im 5-km-Rennen. Die 25-Jährige hatte sich ihre Kräfte gut eingeteilt, lag nach der Hälfte der Strecke bereits auf Gesamtrang drei, konnte aber mit einem beherzten Spurt noch einen der beiden vor ihr liegenden Männer überspurten und in 18:24 min finishen. Schon am Vortag hatte die Athletin der Aachener TG in Dürwiß bei sehr hohen Temperaturen über 10 km hinter Christl Dörschel in 37:16 min Rang zwei belegt , nun siegte sie mit über anderthalb Minuten Vorsprung vor zwei weiteren Julias. Zweite wurde in genau zwanzig Minuten Julia Rußkamp vor Julia Schulte (21:10 min). Bei den Männern dominierte Tobias Textor in 17:38 min vor Jeromy Hons (18:33 min) und Philipp Huke (19:20 min).

Sieger über 5 km: Tobias Textor

Einen klaren Sieg konnte über 10 km der Frauen die 21-jährige Sophia Rosenberg erlaufen. Ihre Zeit: 40:39 min. Dahinter belegte die Inliner-Spezialistin Claudia Maria Henneken vom Ausdauersportverein Köln den zweiten Rang in 43:08 min vor Ann-Malin Schmidt (46:29 min). Keine weitere Frau blieb unter fünfzig Minuten. Von den drei Männern, die unter vierzig Minuten blieben, war Nils Plettenberg der schnellste. Der 23-Jährige siegte in 37:44 min vor David Beumers (38:12 min) und Christopher Beine (39:14 min). Schneller als die Einzelstarter waren zwei Viererstaffeln. Die Bunert Rhein Berg Runners siegten in 36:26 min vor dem One Way Team (36:36 min). Wer in welcher Staffel lief ist aus dem Ergebnisprotokoll nicht zu ersehen.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der Veranstalter auf dem RTHW-Campus eine nette, kleine Village aufgebaut hatte mit gesunder, vorwiegend vegetarischer Verköstigung, an der man gegen eine freiwillige Spende teilhaben konnte. Besonders präsent waren die Aktivisten von Amnesty International, die auf weltweite Missstände bei Menschenrechten aufmerksam machten und überall Meinungsfreiheit einforderten. Der Veranstaltung wäre daher eine größere Aufmerksamkeit zu wünschen. (Text und Fotos: Michael Schardt)

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