Lanzarote: www – windig, wellig, wunderbar

TRAINING. Viele Sportler zieht es in den ungemütlichen Wintermonaten in ein Trainingscamp im sonnigen Süden – bietet es doch Profis wie Amateuren die Möglichkeit, sich auf die wesentlichen Trainingsbestandteile („trainieren, essen, regenerieren“) konzentrieren zu können. Dies ermöglicht es den Athleten, höhere und härtere Trainingsumfänge zu absolvieren, neue Reize zu setzen und vor allem die langen Grundlagenausdauereinheiten stressfrei durchführen zu können. Zudem motiviert ein sinnvoll umgesetztes Trainingslager für die kommende Saison. Körper und Geist profitieren ebenfalls während der kalten Jahreszeit von einem Aufenthalt im sonnigen Süden.

 

Von Katja Kruse

 

Neben dem Klassiker Mallorca ist – besonders für die frühen Trainingslager- Aufenthalte von Januar bis März – die Kanareninsel Lanzarote mit ihren 89 Vulkanen ein attraktives Ziel. Lanzarote besitzt ein ganzjährig mildes und niederschlagarmes Klima. Durch die Lage in der Passatzone, rund 140 km von der marokkanischen Küste entfernt, weht auf der Insel ganzjährig ein frischer Wind, die Lufttemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei angenehmen 20,5° C. Wer nach Lanzarote reist und längere Touren mit dem Rad plant, sollte jedoch geübt sein und schon einige Kilometer in den Beinen haben, da das Profil recht wellig ist und der Wind mitunter Stärken von 6-7 erreichen kann. Im Gegensatz zu dem 11,5 km entfernten Fuerteventura, dessen Charakter eher von eintöniger Landschaft und langen Sandstränden geprägt ist, punktet Lanzarote mit beeindruckender Gestalt, hübschen weißen Dörfern und vielen Sehenswürdigkeiten, die sich hervorragend mit dem Rad erkunden lassen, z.B.:

 

An der Südwestküste/Westküste:

+ El Golfo – ein halb im Meer versunkene Krater mit Lagune – sehenswert.

+ Die „Feuerberge“ – Montañas del Fuego, im Timanfaya-Nationalpark – ein Muss!

+ Playa de Famara – auf der einen Seite weiter, weißer Strand mit einer imposanten Brandung, auf der anderen Seite die hohen, steilen Felsen des Kliffs beeindruckend!

+ Das „Tal der Tausend Palmen“ bei Haria – einfach schön.

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Im Norden:

+ Mirador del Río – ein Muss für die „Bergziegen“ unter den Radfahrern – mit einem vom Künstler César Manrique gestalteten Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick gewährt. Kann von zwei Seiten angefahren werden – abwechslungsreich!

+ Jameos del Agua, ein ebenfalls sehenswertes Kunstwerk von César Manrique: In einem unterirdischen See lebt eine weiße Krebsart, die sonst nur in ozeanischen Tiefen von über 2.000 m vorkommt Der Wasserspiegel dieses Sees steigt und sinkt mit den Gezeiten, da die Grotte, obwohl sie keine direkte Verbindung zum Meer hat, durch Meerwasser, das durch das Gestein sickert, gespeist wird.

 

Im Osten:

+ Cueva de los Verdes, einer der längsten Lavatunnel der Welt, in Teilen für den Tourismus erschlossen – faszinierend.

+ Der von César Manrique in Guatiza angelegte Kakteengarten, Jardin de Cactus.

+ Die Festung Castillo de Santa Barbara östlich von Teguise liegt 135 m über der Stadt auf dem Vulkan Guanapay.

 

Im Süden:

+ Die Papagayo-Strände am südlichen Ende der Insel: Sieben 100 bis 400 m lange weiße Strandabschnitte, die durch natürliche Lavafelsen getrennt und zum Baden geeignet sind.

+ Los Hervideros, durch Erosion entstandene, sogenannte „Kochlöcher“ an der südlichen Lavaküste.

Und nicht zu vergessen: Die Weinstraße inmitten der Insel durch das Anbaugebiet La Geria.

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Club La Santa – ein Trainingsparadies der Extraklasse:

Ein beliebtes Ziel für Sportler aller Disziplinen ist der Club La Santa in der Gemeinde Tinajo an der Westküste der Insel gelegen. Nicht ganz so populär, aber als Ausgangspunkt für Radtouren ideal ist Costa Teguise an der Ostküste. Von hier aus lassen sich überschaubare Trainingstouren nach Norden, Süden und Westen planen – und das ohne immer erst kilometerlang bergauf fahren zu müssen. Die Feuerberge sowie die Berge um den Mirador del Rio sind gut und schnell erreichbar. Wer lieber flach fahren möchte, hat viele Möglichkeiten an der Küste entlang, z.B. Richtung Arrecife oder Orzola. Aber nicht nur Radfahrer kommen hier auf ihre Kosten, auch Triathleten finden optimale Bedingungen in dem sympathischen Küstenort. Viele Hotels bieten optimale Trainingsbedingungen mit 25 m Schwimmbecken, Kraftraum uvm. (z.B. Vitalclass Hotel, u.a. mit 25 m Innenpool oder das Hotel Sands Beach). Gelaufen werden kann in Costa Teguise u.a. wunderbar an der langen Standpromenade oder durch ruhig gelegene Wohngebiete. Für Triathleten ein „Muss“ ist natürlich die Radstrecke des IRONMAN, der die Athleten auf einem 180 km langen Rundkurs mit 2.551 Höhenmetern über die Insel führt: Los geht es an der Ostküste in Puerto del Carmen. Von dort aus fährt man gen Westen über Yaiza und El Golfo durch die Feuerberge des Timanfaya Nationalparks nach Tinajo und Famara. Anschließend beginnt dann der lange Aufstieg über Teguise zum höchsten Punkt „Los Nieves“. Von hier geht es nach Norden über den Mirador del Haria und den Mirador del Rio hinab nach Arrieta, wo ein letzter Anstieg über Tahiche und Nazaret auf die Athleten wartet, bevor es Richtung Weinstraße wieder zurück nach Puerto del Carmen geht. Dieser knackige Kurs lässt sich jedoch auch hervorragend in zwei bis drei Ausfahrten aufteilen.

 

Tourenvorschläge ab Costa Teguise:

1.) 65 km, 465 hm: Eine schöne Tour zum „ein- oder ausrollen“ entlang der Ostküste führt von Costa Teguise nach Orzola – wer den Meerblick bei einem spanischen Café con leche genießen möchte, macht einen Zwischenstopp am Strandcafé in Arrieta.

2.) 100 km, 1800 hm: Richtung Norden nach Guatiza, Mala, El Mojon, Los Valles, Haria, Mirador del Rio, Orzola, Arrieta, El Mojon, Teseguite und über Tahiche zurück nach Costa Teguise.

3.) 75 km, 1200 hm: Über San Batolome, Tao und La Vegueta in die Feuerberge. Zurück über Yaiza, Uga, La Asomada, San Bartolome.

4.) 55 km, 800 hm: San Bartolome Richtung Westküste über Soo nach Famara am Surferstrand vorbei. Via Nazaret und Tahiche zurück nach Costa Teguise. Da das Straßennetz im Gegensatz zu Fuerteventura sehr gut ausgebaut und vernetzt ist, kann man die Touren schnell und unkompliziert nach Bedarf abkürzen oder erweitern. Die Straßen sind zum Großteil sehr gut mit dem Rennrad nutzbar und außerhalb der Hauptstadt Arrecife auch nicht stark befahren. Die Autofahrer sind in der Regel sehr rücksichtsvoll im Umgang mit den Radfahrern. Lanzarote ist immer wieder eine (Trainings-) Reise wert und wer noch nicht dort war, sollte die Insel unbedingt kennen und lieben lernen.

Fotos: Kruse

 

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