29. Kölner Friedenslauf: Aßling und Roche siegen

SZENE. Im Juli hat das Laufen in Köln Hochkonjunktur. Nicht weniger als acht Laufveranstaltungen finden dann in der Rheinmetropole statt, darunter ganz große und ziemlich kleine. Einer der großen, der Kölner Zoolauf, ging zwei Tage vor dem Kölner Friedenslauf, nur einen Steinwurf entfernt, über die Bühne. Hier konnten am letzten Schultag vor den großen Ferien 3.000 Anmeldungen verbucht werden. Im Gegensatz dazu ist der Friedenslauf eine kleine, familiäre Veranstaltung im nördlichen Stadtteil Riehl. In fünf Wettbewerben nahmen nur rund 160 Läufer teil, wobei der DLV-vermessene Zehner mit gut neunzig Finishern mehr als die Hälfte aller Akteure stellte.

Die Teilnehmer des Hauptlaufs, der genau zur Mittagszeit angeschossen wurde, hatten es nicht leicht, denn das Thermometer zeigte annähernd dreißig Grad. Vor allem auf dem Teilstück hin zur Zoobrücke, wo es keine schattenspendenden Bäume gibt, brannte die Sonne erbarmungslos. Auf dem zweiten Teilstück in Richtung Niehler Hafen war es dann etwas „kühler“. Der Laufkurs ist eine doppelte Pendelstrecke am linken Rheinufer mit zusammen vier Wendepunkten und einem kleinen Anstieg vor dem Ziel, der zweimal zu bewältigen ist. Da die Kölner Laufelite dem Rennen geschlossen fernblieb, konnte der 17-jährige Sven Aßling vom FC Straberg (Nähe Dormagen) einen ungefährdeten Sieg in guten 34:18 min einfahren. Von den Rhein-Berg-Runners kommt der Vizemeister Frank Schröder (M50), der sich Rang zwei in 37:05 min sicherte, gefolgt von Thomas Schneider (M45) von der LG RWE Power, der 38:14 min benötigte. Das Treppchen beim Friedenslauf umfasst nicht drei, sondern vier Plätze, worüber sich der 4., Deniz Gündüz (M40, Zorro, 39:21 min), freuen durfte. Fünf Läufer blieben unter der Marke von vierzig Minuten. Verhältnismäßig eng war der Kampf der Frauen um Platz eins und zwei. Da konnte Liz Roche (W45) vom TV Refrath zwar gleich einen kleinen Vorsprung herauslaufen, aber Claudia Maria Henneken (W30) vom Dauerlauf Verein, die beim Köln Marathon schon einmal dritte geworden war, blieb ihr auf den Fersen. Roche ließ aber nichts mehr anbrennen und siegte in 42:26 min vor Henneken (42:58 min) sowie Denise Hellwig (W20, 43:07 min) und Lena Gringel (W20, 45:42 min). – Im vermessenen Lauf über fünf Kilometer gab es einen spannenden Dreikampf bei den Männern, den im Spurt Laurids Breuer (M20) von den Fort Runners Köln in 17:37 min für sich entscheiden konnte. Nikolai Werner (M20) wurde mit zwei Sekunden Rückstand (17:39) zweiter vor Jean-Christophe Nicaise (M40, Easa, 17:48 min). Das Frauenrennen entschied die 24-jährige Sarah Valder (Bunert) in 18:36 min für sich vor Jule Hedwig (W20, SG Baden Kaston, 19:41 min) und Katja Kanditt (W40, M’gladbacher LG, 19:56 min). – Den Schülerleistungslauf über 2,5 km gewannen Ben Odenthal (SG Karst, 10:07 min) und Kira Kanditt (DJK Kleinenbroich, 12:01 min).

10-km-Siegerin Liz Roche

Der Kölner Friedenslauf, der in seiner Geschichte schon mehrfach gefährdet war und einmal sogar vor dem Aus stand, ging in den achtziger Jahren aus der allgemeinen Friedensbewegung in Deutschland, insbesondere aber aus der Initiative Kölner Sportler für den Frieden hervor. Getragen in der Anfangszeit vor allem von Studenten, wollte man mit dem Friedenslauf ein Zeichen setzen. Im kommenden Jahr wird die Veranstaltung, die von der TFG Köln-Nippes organisiert wird, ihr dreißigjähriges Jubiläum feiern. Mehrere tausend Sportler nahmen in den Jahren am Friedenslauf teil. (Text und Fotos: Michael Schardt)

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